Dankbarkeit

Es ist wieder soweit – Weihnachten. Wir feiern den Geburtstag eines jungen Mannes mit den wohl meisten Follower*innen auf der Welt.

Wer mich kennt weiß, dass ich nicht die große Feiermeierin bin. So bedeutet für mich Weihnachten eher und auch Besinnlichkeit, Dankbarkeit und Reflektion. Das wohl größte Geschenk haben mir das Leben und ich mir selbst gemacht. Zwar bin ich immer noch nicht gesund im Hinblick auf die Depression und weiteres Ungemach, aber ich bin gesund durch dieses Jahr gekommen, was sicher nicht selbstverständlich ist. Andererseits ist das mit ein Grund für diese imense Dankbarkeit, die ich empfinde. Ich habe dieses große, große Glück in ein Umfeld eingebettet zu sein, das sich auch in diesem Jahr der riesigen Herausforderung Corona stellte, sich in dieser Zeit mehr als sozial und solidarisch zeigte, das respektvoll miteinander umging. Wir achteten aufeinander, nahmen mit Abstand Rycksicht und hielten uns auch sonst an die wenigen ganz einfachen Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders. Ich möchte fast behaupten, dass es diese Regeln für die tollen Menschen in meinem Umfeld gar nicht gebraucht hätte, aber das ist Spekulation

So blieben wir weitestgehend alle verschont und stellen uns nun nicht nur der nächsten Welle, sondern auch den Einschränkungen, die es nicht gäbe, würden sich alle Menschen an die wenigen Regeln halten. Wie traurig muss ein Leben sein, wenn man nicht das Bedürfnis hat sich selbst und seine Liebsten zu schützen? Eine Frage, die ich mir sehr häufig stelle. Was ist in einem Leben alles schief gelaufen, dass dieses Leben so an Wert verliert, dass man selbst eine Bedrohung nicht sehen will, wenn sie in Form eines sterilen, medizinischen Tubus vor einem steht? Wie kann ein halbwegs intelligenter „Mensch“ so viel Hass in sich tragen, dass sie/er nicht nur sich selbst, sondern auch viele, viele andere, an ihrem/seinen Leben weitestgehend unbeteiligte Menschen gefährdet?

Ich rege mich immer darüber auf, wenn Menschen, denen es nicht so gut geht, die finanziell schwach gestellt oder sogar unterhalb der Armutsgrenze ihren Weg gehen, als „sozial schwach“ betitelt werden. Wenn ganze Stadtteile als „sozial schwach“ dargestellt und diffamiert werden. Nur weil sie weniger Geld haben, einen schlechteren Zugang zu Bildung und vielleicht nicht mit dem berühmten goldenen Löffel im Mund geboren wurden? Nein, sozial schwach ist meiner Meinung eine Person, die es an sozialem Verhalten vermissen lässt. Schwurbler*innen, Leugner*innen, sich allem und jedem Verweigernde – das sind die sozial schwachen unserer Gesellschaft, die uns allen gerade lauthals und teilweise gewaltsam in Wort und Tat das Leben noch ein bisschen schwerer machen.

Einmal mehr bin ich froh und sehr dankbar, dass mein soziales Umfeld ein anderes ist.  So ist nicht nur meine Familie gesund und verhältnismäßig gut durch die Krise bis hierher gekommen, sondern meine Lieblingsmenschen, Freund*innen, gute Seelen und Herzkäferchen auch.

Ich weiß nicht, was das kommende Jahr für mich bereit hält. Wenn ich wieder eines gelernt habe in 2021, dass mittel- und langfristige Pläne wenig sinnvoll sind. Naja und „gute Vorsätze“ halte ich ja schon immer für sinnbefreit. Zumal ich es in den vergangenen Jahren kaum geschafft habe, meine guten Vorsätze für den nächsten Tag umzusetzen. Doch ich weiß sehr wohl, was mir gut getan hat – nämlich einen Fuß vor den anderen auf dem Ryckweg zu setzen, vorsichtig, aber nicht ängstlich. Der schwarze Hund wird mich begleiten, mal als kleiner Schoßhund, vielleicht auch nochmal als große, bedrohliche Bestie. Ich habe gelernt, ihn an der Leine zu führen und ggf. klein zu halten. Ich bin sozusagen „guter Dinge“, wenn auch mit einer ordentlichen Portion Respekt vor dem Leben – denn wie wir alle wissen, etwas unberechenbareres als das Leben gibt es nicht. Ganz sicher aber, werde ich auch Ende 2022 wieder viele gute Gründe haben dankbar zu sein für dieses Geschenk, für dieses Leben.

In diesem Sinne

By the way – Geimpft, gechipt, entwurmt, stubenrein, sozial unverträglich, kann alleine sein, futterneidisch, mit Frustrations- und Depressionshintergrund und…

ab 28. Dezember eine von 30 Millionen, nämlich geboostert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.