iFightDepression

Morgen ist es wieder soweit. Meine zweite virtülle Therapie-Einzelsitzung. Die „Vorfreude“ (total bescheuertes Wort, aber mir fällt kein besseres ein), hält sich noch in Grenzen. Die wöchentlichen Gruppensitzungen gehen mir enorm ab und so versuche ich, der alternativen Einzeltherapie gegenüber,  so offen wie möglich zu stehen, damit diese weiterläuft und mir nicht auch noch wegbricht. Das wäre in meiner momentanen Verfassung fatal!

Indes wurde ich von einer Freundin auf ein weiteres Online-Angebot aufmerksam gemacht.

iFightDepression

iFightDepression ist ein Angebot der „european alliance against depression“, in der Regel für professionell begleitete Betroffene und zielt auf die Selbstmanagement-Ressourcen ab.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten um die psychische Gesundheit zu stärken. Hier lernen Erkrankte, wie sie sich selbst helfen und mit einer Depression umgehen können. Grundsätzlich ist das Angebot immer kostenfrei, wird normalerweise aber nur „begleitet“ angeboten, das heißt es kann von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen für ihre Patient*Innen freigeschaltet werden. Die Begleiter*innen sind dann auch Ansprechpersonen bei Fragen, und wenn es mal nicht gut läuft. Aufgrund der aktuellen Lage wird in den kommenden Wochen eine Ausnahme gemacht und die Allianz lädt alle herzlich ein,  sich die Inhalte von iFightDepression anzuschauen und die Übungen auszuprobieren. Es werden im Text trotzdem ab und an Hinweise auf die professionellen Begleiter*innen gegeben, sowie mögliche Notfallkontakte gelistet.

Die Registrierung ist denkbar einfach, das Freischalten kann einige Stunden dauern. Die Seite informiert  umfassend über Depressionen und spricht  unterschiedliche Nutzergruppen an:

  • Junge Menschen
  • Erwachsene
  • Familie und Freund*innen
  • Multiplikator*innen
  • Ärzt*innen und Apotheker*innen

Nach dem Login bietet das Tool iFightDepression verschiedene Workshops und Arbeitsblätter an, die mir teilweise bereits aus der Reha oder denTherapien bekannt sind. So führe ich nun auch online eine Aktivitätenbeobachtung durch, analog zu de Stimmungserfassungstagebuch für meine Therapeutin. Gerade eben erhielt ich Ryckmeldung von meiner Therapeutin. Sie findet es super und ist überzeugt, dass wir das Tool super in unsere Arbeit integrieren können. Ferner habe ich ein „Schlaftagebuch“ entdeckt. Thema der letzten drei Sitzungen war nämlich unter anderem meine depressive InsBettFlucht, die unfassbare Müdigkeit am Tag und die Nächte, in denen ich erst sehr spät in den Schlaf finde.

Schlafhygiene

ist das Zauberwort oder um es mit den Worten zu sagen: „Konsequente Schlafhygiene“ ist angesagt.  OhOh?!

  • Morgens aufstehen, am besten zu einer festen Uhrzeit
  • Kein Tagschlaf mehr, am besten gar nicht mehr ins Bett legen nach dem Aufstehen
  • So gut es geht auf Kaffee verzichten
  • Abends, vor dem Zubettgehen keine unruhigen  Berieselungen (keine Horrorfilme o.ä. Besser Musik oder ein gutes Buch)
  • Zu einer festen Zeit ins Bett gehen
  • Bei anhaltender Unruhe, Grübeln etc. wieder aufstehen, 15-30 Minuten ablenken, vielleicht einen Tee trinken

In meinem Fall kommt hinzu, dass ich seit Dezember letzten Jahres nachts Rüsselträgerin bin.

Schnarchen ist ein nicht unerheblicher Faktor für die Entwicklung einer Depression. Bei genauer Betrachtung irgendwie logisch. Während die HNO-Ärztin meiner massiv eingeschränkten Nasenatmung und dem stetig zunehmenden Schnarchen keinerlei wirkliche Beachtung schenkte und schon gar keinen Zusammenhang mit der Depression sehen wollte (interdisziplinär ist halt nicht jedergotts Sache), läuteten bei meiner Pulmologin gleich alle Alarmglocken. Ich erhielt ein Überwachungsgerät und die Auswertung war bestätigend und schockierend gleichzeitig. Bis zu 40!!! v i e r z i g Atemaussetzer pro Stunde und eine Sauerstoffsättigung, die jeder gesunden Definition spottet. Eine Schlafmaske soll Besserung bringen. Der Rüssel zog Anfang Dezember bei mir ein und bis weit in den Februar hinein brauchte ich für die Gewöhnung.

I ♥ my trunk

Derweil kann ich gar nicht mehr ohne meinen Rüssel. Ich werde sogar richtig sauer, wenn die Nase so dicht ist, dass ich die Maske nicht benutzen kann. Positive Begleiterscheinungen:

Das Schnarchen wird erheblich reduziert. Nur noch in Ryckenlage sind selten komische Geräusche während des Einschlafens wahrzunehmen.

Der Schlaf wird qualitativ wesentlich aufgewertet. Ich bin auch nach kurzen Schlafepisoden ausgeruhter und selbst Tiefschlaf ist wieder möglich.

Das Beste aber ist: Seit ich Rüssel trage, bin ich nicht einmal wieder mit Kopfschmerzen aufgewacht. Meine chronischen Kopfschmerzen sind Geschichte. Das kann unter anderem daran liegen, dass ich nicht mehr auf dem Bauch schlafen kann und somit offenbar meine KoNaSchu-Region entspannter ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Geheimnis dieser wunderbaren Heilung aber in der erheblich besseren Schlafqualität zu finden. Selbst wenn ich also mal eine Nacht ohne Maske verbringe(n muss), habe ich mich mit derm Rüssel so konditioniert, dass ich nur noch ganz kurz, wenn überhaupt in die Bauchlage kuschele.

Ich bin nun sehr, sehr gespannt auf die Auswertung des Chips, der im Gerät aufzeichnet, wie es um meinen Schlaf bestellt ist.

Zuryck zum Tool

Sicher wird mein Kampf gegen die Depression noch einige Runden überdauern. Mit dem Online-Tool iFightDepression habe ich für mich und die derzeitige Online-Arbeit mit meiner Therapeutin sicher eine weitere Unterstützung erhalten, die ich schon jetzt gerne weiter empfehle. Jede sinnvolle Hilfe ist gerade in Zeiten wie diesen unfassbar wichtig!

 

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