DANKE Frau Tonari! ♥

Vor fast zwei Wochen, flatterte eine bildhübsche NÖwe bei mir ins Haus, baute sich ihr Nest und war gekommen, um zu bleiben. (Ich berichtete: https://ryckweg.de/ueber-nacht-vom-virtuellen-suizid-bis-zur-stimmungs10 )

Heute möchte ich euch mehr von diesem Einzug und seinen Folgen berichten. Diesen Beitrag widme ich „Frau Tonari“, denn sie ist die Urheberin dieser unfassbaren und nachhaltigen Überraschung gewesen.

Es ist immer noch recht schwierig zu beschreiben,  aber ich versuche es. Auf den kürzesten Nenner gebracht kann ich seit dem Tag von NÖwes Landung sagen:

Mir geht es „gut“

Natürlich bin ich nicht von der Depression geheilt. Selbstverständlich gibt es schwarzdunkle Momente und Situationen tiefer Trauer, Traurigkeit und ja, auch Wut. Sicherlich habe ich immer noch einen langen Ryckweg vor mir,  bis ich von einer gewissen Stabilität sprechen kann, wieder eins mit mir bin…

Aber,

wenn es mir schlecht geht, schaue ich mir die NÖwe an, nehme sie in die Hand, ja, ich spreche auch mit ihr.

Wenn Herr Grübel sich einlädt und einzecken will, auf mein STOPP hört er ja schon lange nicht mehr, dann suche ich Schutz bei der NÖwe und irgendwie hat er vor ihr ordentlich Respekt!

Wenn ich nachts nicht einschlafen oder überhaupt schlafen kann, dann zähle ich mit der NÖwe Schäfchen.

Wenn ich die NÖwe ansehe, lächele ich.

Zudem war die NÖwe Initialzündung für Veränderungen in mir, mit mir. Vergangenen Dienstag bat ich meine Psychologin um eine PositivSitzung. Ich wollte nicht meine Ausraster, Heul- und Panikattacken, die Schmerzen und das große Loch thematisieren, sondern mal nur von dem erzählen, was „gut“ gelaufen ist. Meine Psychologin sagte, sie habe mich noch nie so erlebt. So strahlend, so aufgeregt im besten Sinne,  ja so positiv.

Der Aufhänger dieser Sitzung war die NÖwe, gefolgt von der quasi Fertigstellung meines Hofes, meiner Vogelbeobachtungsstation und natürlich von allem wundervollen, was rund um, auf und in der Arche passierte. Beim erzählen wurde mir bewusst, dass ich mich wieder richtiggehend freuen kann, dass ich etwas gefunden habe, was mir Spaß macht, Freude bereitet, mich erdet. Scherzhaft nenne ich es immer meine tiergestützten Therapien, aber da ist wirklich was dran. Ob NÖwe oder Möwen beobachten und fotografieren, ob Stunden am Fenster zu sitzen, mit dem Finger auf dem Auslöser um Rabbatzspatzen, Meisen, Amseln, Star, Nebelkrähe, Kleiber und Ringeltaube fotografisch abzuschießen – die Geduld, die ich dabei aufbringen kann, was vor wenigen Wochen noch absolut undenkbar war, wobei in den letzten zwölf Monaten Menschen und Dinge zu Schaden kamen. Ich komme raus und ich gehe raus. Ich gehe auf fremde Menschen zu und begeistere sie, z.B. für die Rehkitzrettung, die Arche. Ich traue mich und mir wieder. Und selbst, wenn sich alles in mir sträubt, ich nicht will, ich nicht mag, ich nichts lieber als den RyckZug antreten möchte – Ich kann mich wieder zu etwas zwingen und bin am Ende positiv überrascht, von dem was war und von mir.

… doch zwischen allen schwarzen Wolken, seh ich ein kleines bisschen Blau

singt Johannes Oerding in seinem Song „Alles brennt“. Genauso fühlt es sich gerade an – so fühlt es sich endlich mal wieder an. Endlich fühle ich wieder. Ich sehe das bisschen Blau, das berühmte Licht am Ende des Tunnels – wenn auch klein und mit viel Hinterfragen, den noc winzig kleinen aber erreichbaren kleinen Leuchtturm irgendwo dahinten am Horizont des RyckWeges. Es gibt sogar wieder eine kleine Perspektive, ein vorsichtiges „NachvorneSchauen“.

Alles auf Hoffnung, ganz zaghaft und vorsichtig.

Natürlich dürft ihr alle jetzt darüber nachdenken, ob das nicht auch ohne NÖwe so passiert wäre. Vielleicht. Vielleicht war dieses einzigartige Geschenk, dieses“einzigste“ für mich von einer Freundin in Auftrag gegebene und von einer fabelhaften Keramikerin getöpferte Unikat aber auch genau DAS, was es brauchte.

Danke, Frau Tonari. Danke, danke, danke.

Und Danke Gudrun – danke, dass ich sein darf auf deiner Arche – so wie ich bin.

Und natürlich Danke an meinen ♥Menschen, denn ohne dich wäre alles nichts, wäre ich nichts. Ich liebe dich!

Wenn aus dem SeelenHafen,

ein SeelenParadies wird.

Dann bin ich bei mir.

Dann bin ich angekommen.

Dann bin ich glücklich.

Dann bin ich zuRYCK.

Dann bin ich.

Über Nacht vom virtuellen Suizid bis zur Stimmungs10

Herzlich Willkommen auf dem Stimmungskarussel

„Bitte schnallen Sie sich an, nehmen Sie Ihre Brille ab, schließen Sie Ihre Taschen am Körper und überlegen gut, ob und was Sie in den vergangenen Stunden zu sich genommen haben. Nicht, dass Ihnen der Freitagsfisch nochmal durch den Kopf geht.“

Emo fliegt auf – Emo fliegt ab – Das Leben fliegt mir um die Ohren.

Zugegeben sind mir Stimmungsschwankungen nicht fremd. Böse Zungen behaupten sogar, ich sei in meinen ersten Leben manchesmal „launisch“ gewesen. Zwar bemühe ich mich stets, nett und freundlich zu meiner Umwelt zu sein, doch wenn mich jemand triggert, einen wunden Punkt trifft oder einfach glaubt, dass sie/er bei ziemlich wenig Ahnung von der Materie, ziemlich viel und laut „Meinung“ haben darf, dann habe ich mindestens meine Gesichtszüge nicht mehr unter Kontrolle, kann böse, laut und sehr gemein werden und im allerschlimmsten Fall werde ich körperlich. Letzteres bildete sich mit der Depression bis zum Verlust der Impulskontrolle aus. Sehr unschön das. Spätestens in dem Moment, in dem nicht nur Porzellan oder „totes Material“ zu Bruch geht, sondern anderen Menschen körperliches Leid zugefügt, z.B. die Nase gebrochen wird – im Affekt, aber AU, bekomme ich in der Tat Angst vor mir selbst.  Daran habe ich die vergangenen Monate wirklich hart gearbeitet und bin zumindest soweit, dass ich wenn „nur“ mir Schmerzen zufüge und ansonsten vielleicht verbal entgleise, laut werde. Ein kleiner Fortschritt, ein kleiner Schritt zuRyck ins Leben. Die Hoffnung, diesen Fortschritt halten zu können, schwindet mit der Dauer der Corona-„Krise“, aber dazu vielleicht in einem anderen Artikel etwas mehr.

Fakt ist, meine Stimmungen gehen von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt, teilweise in wenigen Minuten. Aus diesem Grund führe ich ein Stimmungstagebuch, in dem ich das Auf & Ab dokumentiere, meine Gedanken und Gefühle dazu festhalte und den Wahnsinn mit meiner Psychologin auswerten kann. Zumal ich Morgen schon unter Umständen nicht mehr weiß, warum ich heute einen Nervenzusammenbruch, eine Panikattacke oder ein absolutes Hochgefühl ausgelebt, bzw. erlebt habe.

Die meiste Zeit verstehe ich nicht mal, warum ich vor zwei Minuten noch „fröhlich“ lächelte und plötzlich zu heulen beginne und ein tiefes Loch der Traurigkeit versinke.

Der virtülle Suizid

Genauso verlief auch die vergangene Woche. Ein einziges Auf & Ab, Hin & Her, von Ausgeglichen bis Hochspannung, von Hoffnung bis „Ich geb auf! Ich will nicht mehr!“ Hinzu gesellte sich die längst verdrängte Frau Migräne, die mich sprichwörtlich in die Knie zwang und deren Ausläufer mich heute noch zanken. Gestern war einer der ruhigeren, schöneren Tage, so empfand ich es zumindest noch bei Sonnenuntergang. Dummerweise ließ ich mich von meiner Technik überreden, Dinge zu tun, für die ich eigentlich keine Kraft und Nerven mehr hatte. Ich weiß es besser und trotzdem begann ich halbherzig mit Updates, Aktualisierungen – bis mir plötzlich eiskalt wurde – hatte ich doch mit ein oder zwei geistesumnachteten Klicks nicht nur das SynchronUniversum ins jenseits befördert (was zum Teil auch so geplant war), sondern mir auch den RyckWeg hier versperrt, um nicht zu sagen geschrottet. Weg waren sie, die beiden Blogs. Im digitalen Nirgendwo auf Nimmerwiedersehen. Das Ableben meines SynchronUniversums konnte ich noch so hinnehmen, doch die Dämlichkeit, die mich hat den RyckWeg auslöschen lassen machte mich nicht nur todtraurig, sondern auch extrem wütend. Körperlich meldeten sich gleich Frau Migräne und diese Tini Tussi. Egal, irgendwas muss noch gehen, das kann es nicht gewesen sein – nein, nein, nein, das will ich nicht. Am Arsch, wieso habe ich kein Backup? Verfickte Scheiße, warum klicke ich nachts noch im AdminBereich rum und operiere am offenen Herzen, wenn eigentlich nichtmal mehr in der Lage bin, mir die Nase vernünftig zu putzen?

Ich heulte Rotz und Wasser vor lauter Verzweiflung, als mir plötzlich eine Eingebung kam. Fragt mich bitte nicht woher? Mir fiel ein, dass ich mir gerade erst habe einen ProviderRestore kommen lassen – und da müsste doch, … – das könnte doch,… ich versuchte es einfach!

Es funktionierte. Um zwei Uhr letzte Nacht konnte ich problemlos wieder auf dem RyckWeg schlendern. Das SynchronUniversum war tot, aber auch hier hatte ich schon eine Idee, was ich aus dem brachliegenden Auftritt machen wollte – und setzte auch das noch „rasch“ in die Tat um.

PUH!

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Das EinzigSTe

ja ich weiß, einziger als einzig gibt es nicht – und ich gehöre auch zu den  Grammar-Nazis, die darauf nur allzugerne hinweisen. Doch zur Zeit gilt diese Steigerung für mich und mein Sein mitten in und mit der Depression irgendwie.

Das EinzigSTe,

das mich Ertragen, Erdulden und Sein lässt, ist die nicht verordnete, selbstgewählte „tiergestützte Therapie“.

Die ersten beiden Rehkitze der Arche Brandshagen
Einfach nur sein.

bAUstelLE DePReSsiOn

…Depression, JahresBaustelle vor der Haustüre und Corona sind noch nicht genug

Dass Menschen mit Depressionen in CoronaZeiten besonders zu kämpfen haben, ist zwar allgemein bekannt, aber leider nicht allgemein bewusst. Es sind gerade die ganz wenigen Kleinigkeiten des Lebens, die einem Betroffenen noch Halt geben, Struktur bedeuten oder eben in ganz kleinem Ansatz Freude und Lebenssinn bereiten, die durch die enorm wichtigen und sinnvollen Einschränkungen wegbrechen. So schnell, wie diese Tagesbaustellen auf einer Autobahn, an der sich dann offenbar nichts zu tun scheint, wird die Depression verstärkt oder erneut zur gefühlt unüberwindbaren Baustelle. In Therapien mühsamst erarbeitete kleine Fortschritte können nicht ausgebaut werden. Im Gegenteil. Zum einen fallen diese wichtigen Therapien vielerorts weg oder werden mühsam in Telefonie- oder  Videositzungen aufrecht erhalten.  Zum anderen sind Ryckschritte an vieler Menschen Tagesordnung. So auch bei mir.

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Unsere Renten sind sicher…

oder wie sich Unverständnis und Ignoranz der Generation Ü60 in Zeiten von Corona zeigt.

Eigentlich ist es für OttoNormalBürger*innen in Deutschland ganz einfach:
  • Regelmäßiges gründliches Händewaschen und -desinfizieren;
  • 1,5 – 2 Meter Abstand halten und
  • ein einfacher MundNasenSchutz – als handelsüblicher, aber derzeit kaum bis nicht verfügbarer Mundschutz, selbst für GrobMotoriker und Ungeschickte selbst gefertigt, genäht, gekauft, designed, bzw. ein Tuch/Schal vor Mund und Nase,
  • ggf. Einmalhandschuhe (auch schlecht zu bekommen, aber hier tun es auch leichte Baumwollhandschuhe),
um mögliche (Tröpfchen-)Infektion zu MINDERN, nicht zu verhindern.
Regeln, Verbote & Empfehlungen
Diese Regeln und, was den MundNasenschutz betrifft, EMPFEHLUNG, sind neben den Reise-, Veranstaltungs-, Versammlungs- und KONTAKTVERBOTEN, wohl das Einfachste – sollte man meinen.
Meine persönlichen Befindlichkeiten, z.B. das Kontaktverbot betreffend, und jene Konsequenzen, die der Umgang mit diesem Virus derzeit auf meine Gesundheit und meine Therapien hat, außer 8 gelassen, weiß ich darum, wie schwierig für Familien, Alleinerziehende, Arbeitende gerade die Kinderversorgung ist. Andererseits zeigt mein Beispiel gleich, wie absolut übel es, um die Vorbildfunktion der älteren Personen bestellt ist. Wie sollen Schutz- und Hygienemaßnahmen da in Schulen und Kitas funktionieren? Auch sind mir die wirtschaftlichen, teils großen Probleme durchaus bewusst und ich fürchte, dass es auch viele Unternehmer*innen aus meinem sozialen Dunstkreis sehr hart trifft. Aber wie sollen wir das ganze in gesundene Bahnen lenken, wenn selbst die oben genannten einfachsten Regeln nicht befolgt werden?

HobbyMediziner*Innen und -Virulog*innen; Verschwörungstheoretiker*innen; Deutschlands TRUMPeltiere in Menschengestalt, Motzer*innen, Pöbler*innen Ignorant*innen

Mir machen schon seit Beginn der Pandemie viele Leute, deren Meinungen und Handeln viel, viel  mehr Angst, als das Virus und eine potentielle Ansteckung selbst.
Statt weiter gewissenhaft an einem Strang zu ziehen, wird gemotzt und gepöbelt. „Sollen DIE DA mir doch eine Maske stellen!“, „Dieser Quatsch bringt doch sowieso nichts!“, „Wieso soll ich im ÖPNV so ein Ding tragen, wenn ich doch eh meistens alleine im Bus sitze!“, etc. etc. etc.
Die Menschen sind aufgerufen, die Hochrisikogruppe Ü60 zu schützen; Kindern von ihren Großeltern fern zu halten; um alte Menschen einen großen Bogen zu machen. Meinereine war heute das erste Mal seit 4 Wochen wieder „einkaufen“ und ich weiß um den riesigen RyckSchritt, den das für mich bedeutet hat, und dass ich das so schnell nicht wiederholen werde. Sorry HerzMensch, aber das ist jetzt ultimativ deine Aufgabe. Wer keinen Bogen macht, ist die Hochrisikogruppe höchstselbst – im Gegenteil!
Bedingt durch die anhaltenden Bauarabeiten in unserer Straße, war ich gezwungen einen Bogen durch die Einkaufsmeile Greifswalds zu machen. Zunächst noch motiviert und zuversichtlich, mit Sonnenschein, MuNa-Schutz und Handschuhen ausgestattet, hätte ich beim Einbiegen in die Fußgängerzone am liebsten schon wieder umgedreht. Die Stadt voller Menschen (klar, die Sonne lacht und seit gestern haben die Geschäfte zum Teil wieder geöffnet); Menschenschlange vor einem Telefonanbieter, noch mit mindestens einem Meter Abstand – immerhin. Leute Ü60, die in Kleingruppen mitten auf dem Weg ein Pläuschchen hielten, mit ihren Fahrrädern wackelnd und Slalom fahrend, in beiden Richtungen unterwegs waren.  Angekommen am Drogeriemarkt meines Vertrauens, freute ich mich über die nicht vorhandene Schlagen davor. Mein Blick auf die Einkaufswagen sagte: „Okay, ich kann!“ und so zog ich mir meine Handschuhe an und betrat den Laden. Ca. 15 Kund*innen waren im Laden; neben mir trug noch eine ältere Dame einen MuNaSchutz und zumindest einen Handschuh an der Hand, mit der sie zu den Waren griff. Eine Kundin und ein Kunde (beide ungeschützt) waren deutlich unter 60. Der Rest, Personen Ü60, hielt weder was von Abstand, bzw. verließ sich darauf, dass die anderen den Abstand einhalten; fuhr mit den Wagen in meine Hacken oder stand mitten im Gang, telefonierend, Klääfchen haltend, sich wirr umschauend. Das mit dem Abstand funktionierte der Länge nach, ob der Länge des Einkaufwagens, seitlich allerdings, war den meisten Einkaufenden die Abstandsregel ziemlich wumpe.

Lächeln ging nicht mehr und ja, ich wollte sie alle töten!

Nun wusste ich was ich wollte, hatte meinen Einkaufszettel nicht auf dem Stubentisch liegengelassen, ging meinen Rundgang ähnlich im Slalom, wie in der Fußgängerzone, erhielt für mich systemrelevante Artikel (bestimmte Handseife, Desinfektionstücher etc.) nicht  und wurde mit jedem Regelverstoß zorniger und aggressiver. Zusätzlich machte sich die „alte Bekannte“ Panikattacke breit und am Ende war ich heilfroh, dass mein HerzMensch das Zahlen und Einpacken übernahm, weil ich komplett überfordert war.
Als ich dann beim Rausgehen noch einen renitenten Renter beobachtete, wie er trotz wirklich sehr höflicher und lieber Ansprache der Einzelhandelskauffrau, nicht warten konnte, bis sie den Einkaufswagen, den wir ihr gerade zuryckgaben, desinfizierte und ihr den förmlich aus Händern und Reinigungstuch riss, musste ich schon sehr mit mir kämpfen, um nicht auszurasten.
Wieder raus, hatte sich hier die Lage nochmals verschärft, noch mehr Leute, an mehr Läden Warteschlangen, keine davon mit Abstand. Puls, Herzrasen, Schwitzen, Schwindel, totale Verkrampfung und der kaum mehr zu bändigende Wunsch prügelnd Amok zu laufen.
Dieser erste kleine Schritt in die „Normalität“, dieser kurze Einkauf brachte mich weit über meine Grenzen und selbst jetzt, fünf Stunden später, stehe ich noch ziemlich unter Strom.
Mit den allerletzten Resten meines rheinischen, schwarzen Humors und einer ordentlichen Portion Sarkasmus komme ich zu dem Fazit, dass zumindest unser Rentenproblem sich offenbar mittels Corona löst. Denn wenn die Hochrisikogruppe Ü60 sich in Teilen weiter so ignorant, unvernünftig und unsozial verhält, wird die Zahl der Rentenempfänger*innen wohl in nächster Zeit ordentlich sinken.

Mama

Die tief schmerzliche Einsicht, dass sich Corona & Depression nicht (mehr) trennen lassen

Woche 3 oder schon 4 des coronalen Ausnahmezustands in Deutschland, Monat 3 der weltweiten Pandemie, mit Tausenden Toten, xTausenden Infizierten. Oft wird aus Sorge Angst, Panik und der Blick in die Welt macht nicht selten wütend.

Für mich persönlich war es anfangs nichts wirklich Neues. Das „SocialDistancing“ betreibe ich seit über einem Jahr nahezu in Perfektion. Menschen und Menschenmengen mied ich, ließ ich nicht an mich heran, entzog ich mich. Nun kam neben dem persönlichen Empfinden noch ein wesentlich wichtigerer Grund hinzu – meine Distanz schützt andere Menschen, rettet schließlich und endlich Leben und führt auch dazu, dass sich die Ansteckungskurve zum Positiven verändert. Relativierer*innen und Ignorant*innen bringen mich auf die Palme. Die Verhaltensregeln seitens Bundes- und Landesregierung kann ich nur unterstützen. #ZuhauseBleiben ist die Devise.

Schon nach der ersten Woche erlebte ich allerdings, wie sehr diese guten und wichtigen Regeln und Auflagen mein Leben nicht nur positiv beeinflussten und das nicht alles so easy ist, wie es sich zunächst anfühlte.

„Mama“ weiterlesen

iFightDepression

Morgen ist es wieder soweit. Meine zweite virtülle Therapie-Einzelsitzung. Die „Vorfreude“ (total bescheuertes Wort, aber mir fällt kein besseres ein), hält sich noch in Grenzen. Die wöchentlichen Gruppensitzungen gehen mir enorm ab und so versuche ich, der alternativen Einzeltherapie gegenüber,  so offen wie möglich zu stehen, damit diese weiterläuft und mir nicht auch noch wegbricht. Das wäre in meiner momentanen Verfassung fatal!

Indes wurde ich von einer Freundin auf ein weiteres Online-Angebot aufmerksam gemacht.

iFightDepression

iFightDepression ist ein Angebot der „european alliance against depression“, in der Regel für professionell begleitete Betroffene und zielt auf die Selbstmanagement-Ressourcen ab.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten um die psychische Gesundheit zu stärken. Hier lernen Erkrankte, wie sie sich selbst helfen und mit einer Depression umgehen können. Grundsätzlich ist das Angebot immer kostenfrei, wird normalerweise aber nur „begleitet“ angeboten, das heißt es kann von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen für ihre Patient*Innen freigeschaltet werden. Die Begleiter*innen sind dann auch Ansprechpersonen bei Fragen, und wenn es mal nicht gut läuft. Aufgrund der aktuellen Lage wird in den kommenden Wochen eine Ausnahme gemacht und die Allianz lädt alle herzlich ein,  sich die Inhalte von iFightDepression anzuschauen und die Übungen auszuprobieren. Es werden im Text trotzdem ab und an Hinweise auf die professionellen Begleiter*innen gegeben, sowie mögliche Notfallkontakte gelistet.

„iFightDepression“ weiterlesen

Physische Kontakte kann man nicht digitalisieren

Psychologische aber schon

Vergangene Woche führte eine Talkrunde ein Interview mit dem Moderator Johannes B. Kerner. Er berichtete über seine Quarantäne, stand Rede und Antwort zu Fragen, die zur Zeit global von Interesse sind. Ein Satz, der sich mir einprägte war:

Physische Kontakte kann man nicht digitalisieren

Wie wahr er doch spruch. Als Mensch mit Depressionen erlebe ich gerade vielfach, wie furchtbar es ist, wenn die ersten kleinen Therapieerfolge von jetzt auf gleich wieder zusammenbrechen. Da arbeitet mensch über Monate daran überhaupt wieder Nähe zuzulassen. Mensch freut sich über die ganz wenigen Kontakte im eigenen sozialen Mikrokosmos, zu denen auch körperliche Nähe z.B. in Form von einer Umarmung möglich ist – und dann sind diese winzigen Errungenschaften auf Null zu fahren. Ein Mensch-zu-Mensch-Abstand von mindestens 1,50 Metern ist zu wahren, nicht nur auf Händeschütteln ist zu verzichten,  jedweder körperlicher Kontakt ist zum eigenen Schutz und zum Schutz der Mitmenschen zu unterlassen. Anders ist eine Pandemie nicht zu bremsen und die täglichen Zahlen neuer Infizierter und Toter geben dem Recht.

Mir geht es gerade total ab, meine  wenigenLieblingsmenschen / Freunde  nicht umarmen, trösten, aufmuntern zu können oder gar mich selbst aufmunternd, tröstend umarmen lassen zu können. Diese Nähe fehlt mir absolut und dieser Kontakt ist leider nicht durch die körperliche Nähe zu meinem Lebensgefährten zu kompensieren. Ich bin für wahr schon lange kein Rudelmensch mehr, um so wichtiger ist mir die Nähe zu meinen Engsten. Natürlich könnten wir telefonieren, chatten, skypen – doch das kommt nicht annähernd an das heran, was ich mir wünsche, was ich brauche: Das gemeinsame Essen, der gesellige Kaffee, der Spaziergang hat in digitaler Form niemals die Qualität eines Face2Face-Gesprächs.

Hinzu kommt, dass

  • Lieblingsplätze geschlossen sind,
  • ich nicht mehr einkaufen gehen sollte,
  • Gastronomien geschlossen sind.

Gerade die letzten beiden Punkte haben mich in den vergangenen Monaten enorm viel Energie gekostet und ich war so stolz darauf, es wieder zu schaffen durch große Supermärkte zu „schlendern“ und gemütlich mit meiner Familie im Restaurant zu essen und nicht die ToGo-Variante zu wählen, weil ich es nicht ausgehalten habe.

Last but not least ist die größte Herausforderung die Therapie. Das PSYrena Programm, die Gruppentherapie, ist ausgesetzt bis mindestens Ende April. Nach diesem Schock war ich in großer Sorge ob der Einzeltherapie. Sie findet statt, allerdings seit heute digital. Per Video, am Laptop – meine Therapeutin in der Praxis, ich in meinen vier Wänden. Es ist anders. Es ist sehr anders und es kostet enorme Überwindung, zumal ich nicht der Telefon-/VideoMensch bin – im Gegenteil. Es ist mental enorm anstrengend, weil es eben ein Unterschied ist, ob ich einen Menschen in gänze vor mir sitzen habe (selbst auf 2 Meter Abstand) oder nur der Kopf über den Monitor sichtbar ist. Der gewohnte Blick in die Augen entfällt meistenteils, die Mimik ist eine ganz andere und Gestik lässt sich auch nicht so abbilden, „wie in echt“.

ABER es ist die einzige Möglichkeit, die Therapie aufrecht zu halten, es ist eine Alternative und ich bin so offen wie möglich, und gebe dieser neuen Therapieform eine Chance. Ich sitze meiner sehr geschätzten Therapeutin gegenüber und nicht einem wildfremden Menschen an einer Hotline. Das „SichÖffnen“ ergibt sich hoffentlich mit der Routine – und die wird es brauchen, denn ich denke dieses Virus wird uns noch lange beschäftigen, einschränken und auf Distanz halten. Denn diese Distanz ist es, die uns alle eint im Umgang mit den Risiken und Nebenwirkung des Virus, die jeden von uns am Leben hält.

In diesem Sinne

#ichbleibezuhause #distanzfürdiegesundheitaller #flattenthecurve #fuckcorona

Physische Kontakte kann man nicht digitalisieren

 

 

Social Distance

halte ich seit vielen Monden – kann ich.

Der Verlust der eh schon sehr begrenzten physischen Nähe zu den engsten Menschen im Mikrokosmos „soziales Umfeld“  und der regelmäßigen psychologischen Hilfen ist mehr als schwer zu ertragen und schafft heftige Probleme.  DAS kann man auch nicht wirklich digitalisieren…

So klammere ich mich an meinen Notfallplan und male…

STOPP Herr Grübel!!! Sie sind RAUS!