Fachärzt*innen

Viele Menschen diskutieren den Haus- und Fachärzt*innenmangel auf dem Land. Das ist auch gut so und diese Diskussionen könnten für mein Dafürhalten auch ruhig noch etwas lauter und fordernder geführt werden.

Doch seit einigen Wochen frage ich mich, wie lange es noch dauert, bis wir auch über den Fachärzt*innenmangel in der Stadt diskutieren. Und das hat, so denke ich, nichts mit Corona zu tun. Schon bevor das Virus sich in seinen verschiedenen Ausführungen über die Menschheit hergemacht hat, gab es von der einen oder anderen Fachärzt*innenpraxis einfach zu wenig. Ja klar, es gibt die Klinik – aber wer möchte mit einem selbstdiagnostizierten „WehWehchen“ sofort den riesigen Klinikapparat in Anspruch nehmen? Davon abgesehen, dass meine Erfahrungen mit der hiesigen Klinik als Patientin alles andere als erfreulich und hilfreich waren in der Vergangenheit.

Bislang ist für mich die Orthopädie das größte Problem gewesen – und das nicht erst hier in Greifswald, wo es für mich einfach keine Orthopäd*innen gibt, denen ich mich, mit meinen angeborenen Pfuschknochen, über einen ersten Termin hinaus anvertrauen möchte. In meinem Weltbild zeigen sich alle bislang konsultierten Orthopäden als die selbsternannten Götter in Weiß. Halbgötter gibt es unter ihnen genauso wenig, wie Orthopädinnen. Von ganz, ganz oben herab wurde ich bislang aus einer Raumlänge Entfernung begutachtet, schließlich belehrt und vielleicht noch durch den Gerätevorrat geschubbst und geschoben, damit es was abzurechnen gibt. Untersuchen? Behandeln? Nein, das braucht der Gott in Weiß nicht.

UND WEHE frau erlaubt sich auf den einen oder anderen Aspekt der eigenen Krankengeschichte hinzuweisen und nach einem eventuellen Zusammenhang zu fragen. SchockSchwereNot, dann ist es aus, dann erklärt der Gott das Vertrauensverhältnis als absolut zerrüttet und lehnt jede weitere Behandlung ab. Alleine der Gedanke daran, mich nur für einen Moment ernst zu nehmen, versetzt ihn gedanklich mit einem Bein in den Knast. Gleiches gilt für die berühmte Zweitmeinung. Wenn da schon vorher an dir jemand gedanklich rumgepfuscht hat, ist es absolut unter Gottes Würde dich überhaupt nur anzugucken. Knochendocs sind eben auch nur Diven.

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Traumatisiert und depressiv auf Arbeitsuche

Übermorgen „feiert“ der Ryckweg zweiten Geburtstag und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie lange vor dem 9. Dezember ich mit mir rang und mir haderte, ob ich das wirklich möchte. Die Idee kam mir im Oberharz, während der Reha, in der wir alle möglichen Strategien entwickelten, um unsere mentale Gesundheit auf Vordermann zu bringen. Möchte ich mein Leben mit all der Traurigkeit und Trauer, der Depression und PTBS „öffentlich“ machen? Sind die Kommentare und gedrückten Sprüche von „guten Bekannten“ und aus dem entfernteren Bekanntenkreis nicht schon schlimm genug? Möchte ich mich wirklich einmal mehr angreifbar machen und damit auch denen das Wort geben, die mich gar nicht kennen oder dich mich nicht leiden können, für die ich immer noch und immer weiter ein Feindbild bin? Gerade nach den Jahren 2015, 2016 bin ich für viele eigentlich unbedeutende, aber eben auch für eine ganze Reihe „narzisstische Pöstchenbesetzer*innen“ regional und politisch ein rotes Tuch. Werde ich es vielleicht irgendwann bereuen, denn das Internetz vergisst ja nixx und wer weiß, was in zwei, drei, trölf Jahren ist?

Derweil sind wir zwei Jahre weiter, zwei Jahre, die es in der Tat in sich hatten, denn neben allem persönlichen Ungemach und meiner psychischen stark unterzuckerten Widerstandskraft, suchte uns „das Virus“ heim.

Leser*innen wissen bereits, das Corona-Virus war nie mein Problem, die Menschen schon. Ich halte mich von Anfang an an die Empfehlungen und Regeln. AHA, AHA+, Mundschutz, Desinfektion und ganz besonders Abstand scheinen vorprogrammiert in meiner DNA, so leicht fällt mir das.

Die Kontaktbeschränkungen fielen schon schwerer – allerdings auch nur die, die sich gezielt gegen meine Lieblingsmenschen richtete – Silke, Felix, Annika, Gudrun, Elisa, Jaci, Liv – sie nicht oder nur sehr eingeschränkt sehen und eine viel zu lange Zeit nicht knuddeln zu können, das war wirklich arg.

  • Kino, Konzerte, Massenveranstaltungen, Veranstaltungen mit hunderten Leuten  in geschlossenen Räumen sind mir seit Jahren ein Graus und wann immer es möglich war, besuchte ich solchen Trubel nicht.
  • Klar finde ich den Mundschutz lästig, gerade mit meiner eingeschränkten Nasenatmung und meinem allergischen Asthma, im Frühling etc. auch mehr als nur lästig. Aber auch eben nur lästig. Ich fühle mich nicht bedroht, nicht in meiner Meinung eingeschränkt – denn ich denke mit dem Kopf und  nicht mit dem Stück Vlies oder Stoff vor Mund & Nase.
  • Zum Thema Abstand beliebe ich stets zu scherzen, dass ich noch nicht weiß, wie ich den Mitmenschen nach Corona wieder beibringe, dass ich meinen Abstand gerne wieder auf 5 Meter ausgeweitet hätte. 1,50 Meter sind ja für mich, gerade in der Pandemie schon beinahe Kuschelkurs.
  • Händewaschen, Thema für die Wenigsten um mich herum, dünkt es mir, erlangte leider auch nicht mehr Popularität durch das Virus.
  • Händedesinfektion, für mich offenbar grundsätzlich wichtiger als für viele, viele andere. Während Supermärkte & Co. teilweise sehr gut mit Desinfektionsstationen ausgerüstet sind, vermisse ich sie besonders in Arztpraxen.

Recht bald nach der 1. Welle, in der ganz viele Menschen noch ganz viel Verständnis aufbringen konnten – lief das Leben mit und in der zweiten Welle teilweise aus dem Ruder und brachte es Deutschland jetzt, zwei Jahre weiter in eine nie dagewesene GesundheitsKrise. „Die da oben“, die Politiker*innen taten das Ihre dazu. Allerdings sind es die Menschen außerhalb der Bundes- und Landespolitik, nämlich die Bürgerinnen und Bürger dieses unseres Landes, die die Gefährlichkeit des Virus massiv, mit viel Gewalt, Hass, Hetze, Lügen und Falschmeldungen derart mästeten, dass wir nun in der 4. Welle mehr Zwie- und Niedertracht, Wut und Hass erleben, als je zuvor. Nicht umsonst lassen sich manche Prominente zu Aussagen verleiten wie „Es ist Krieg!“

Irgendwo da mittendrin bin ich. Gesundheitlich und psychisch angeschlagen, setze ich Maßnahmen um,  bin dankbar, dass ich meine Therapie weiterführen kann, wenn auch nur online oder telefonisch, entwickeln sich neue Ängste, pflege ich meine Geduld mit mir und meinen Mitmenschen, mache ich es mir mit meinem HerzMenschen und meinen Lieblingsmenschen so schön wie möglich, bemühe ich mich ins Leben zurückzufinden, bewerbe ich mich und sehe mich wieder mit Dingen konfrontiert, mit denen ich noch weniger zurecht komme als früher. Das ärgert und frustriert mich. Ich weiß gar nicht mehr, für wieviele Migrant*innen ich Unterstützung bei Formularen und Bewerbungen war, sie begleitete auf Ämter und Behörden und so mancher/m Sachbearbeiter/in den Zahn der Überheblichkeit zog. Wie eine Löwin stellte ich mich vor die Menschen, die sich noch nicht selbst wehren konnten und handelte mir damit auf Dauer so manchen unrühmlichen Titel ein. Da nutzten auch die letzten drei Jahre Ryckzug nichts, da half auch die Pause nicht, die ich für mich und mein Wohl in Anspruch nahm – mancher/m die/der meinen Namen hört bekommt bestenfalls Puls. Aber auch die „einfachen“ Hater, die kleinen und größeren Nobodys der internetten Gesellschaft in asozialen Medien, haben mit Corona nicht genug zu tun und suchen Gelegenheiten.

Von daher  waren die Überlegungen, ob ich mein Leben mit Depressionen & Co. öffentlich mache schon nicht ganz unbegründet. Aber – no risk – no fun.

Jetzt gerade stellt sich eine ganz andere Frage. Die Thematik hier in überwiegend Selbstgesprächen, aber eben auch hin und wieder öffentlich zu diskutieren ist das Eine – Wie aber gehe ich damit in Bewerbungen, auf der Arbeitsuche und potentiellen Arbeitgeber*innen gegenüber um?

Ich denke 3 Jahre zurück. Mit dem 3. befristeten Projektvertrag in der Tasche fuhr ich mit Depressionen in die Tagesklinik ein. Drei Wochen später wurde ich von meiner Arbeitgeberin zu einem Personalgespräch über Whats-App geladen. Ähm, danke, aber danke Nein. Ich bin krank geschrieben. Zwei Tage später erhielt ich die Kündigung – die natürlich nichts mit meiner Krankheit zu tun hatte und rein zufällig nur wenige Tage vor Ablauf der halbjährigen Probezeit ausgesprochen wurde.  Das war nicht nur maßlos enttäuschend, sondern riss mir nun komplett den Boden unter den Füßen weg und verlängerte vieles um ein vielfaches. JaJa, nicht alles, was im Namen christlichen, kirchlichen oder sozialen Bezug hat, … das kennen wir ja von politischen Parteien, von denen in diesem Fall nur noch ein U übrig bleibt.

Auf der anderen Seite war dieser Schlag in die Magengrube vielleicht genau das, was ich brauchte? So sehr ich mich darauf gefreut hatte, meine tolle Arbeit weiterzuführen und egal welche Ideen und Pläne ich für den „Verein“ hatte, nun hatte ich ungewollt die Zeit für mich, die ich tatsächlich brauchte. Mit der Kündigung in der Hand konnte ich den Ryckweg antreten – wer weiß, ob mir das anders gelungen wäre? Eine Arbeit, die ich bisher annahm, übernahm ich mit Leidenschaft und Herzblut, mit ihr und der/m Arbeitgeber*inn konnte ich mich zu 100% identifzieren und das 24 Stunden am Tag. Da schaut bigi nicht auf die Uhr und macht Dienst nach Vorschrift. Wohlwissend, dass das mit ein Grund für den Zusammenbruch war, hat sich diese Sichtweise nicht unbedingt verändert. Ich muss mich mit Arbeitgeber*innen identifizieren können, muss hinter ihnen und dem Produkt oder der Dienstleistung stehen – sonst kann ich nicht funktionieren. Ich möchte nicht reich werden, sondern mein Auskommen haben. Ich brauche kein anhaltendes Lob, wie super ich bin oder wie wichtig, sondern möchte selbst das Gefühl haben etwas zu bewegen, etwas getan und geleistet zu haben und mit Zufriedenheit in den Feierabend. Kürzer treten ja – weniger Stunden, nur noch Teilzeit ja, das bekomme ich hin, das sehe ich ein, das muss sein. Aber an der Liebe zu dem, was ich tue lässt sich nicht kürzen und rütteln.

Darum gehe ich auch offen in die Arbeitsuche – obwohl das mindestems einem ganz wichtigen Herrn beim JobCenter nicht wirklich passt, sieht er soch das Problem der Vermittelbarkeit und die Sorge, ich könne an seinen Zahlen und Statistiken kratzen. Aber was nutzt es mir einen Job anzutreten, der mir vielleicht sehr gut liegt, aber Anforderungen an mich stellt, die ich vielleicht so nicht erfüllen kann. Dann bin ich in wenigen Monaten wieder dort, wo ich am 9.12. war.  Es ist nur fair mit offenen Karten zu spielen – mir gegenüber und potentiellen Arbeitgeber*innen gegenüber. Ich möchte weder meinen Lebenslauf frisieren noch in Interviews rumdrucksen müssen, wenn mir unerwartet Fragen gestellt werden.

Die Trauer und Traurigkeit, eine schwarze streunende Katze

Die Depression, ein schwarzer Hund

Die PTBS, ein dicker schwarzer Mistkäfer

Ich habe gelernt, mit diesen drei Spezies zu leben und mit ihnen umzugehen. Das gelingt mir mal besser mal schlechter – und ja, Corona macht es verdammt schwer. Aber ich habe das große Glück eine tolle Therapeutin und wunderbare Menschen um mich zu haben, die diese Psychotherapie mit ihrer Liebe und Freundschaft „absichern“. Nicht umsonst absolviere ich die kommenden zwei Jahren „nebenher“ über die ATN meine Ausbildung „Tiergestützte Intervention“, denn so wie die Arche Brandshagen für mich Therapiezentrum und die Tiere dort Therpeuten sind, so wünsche ich mir von Herzen, das anderen Menschen nach der Ausbildung anbieten zu können.

Mein Houtlandschaf Socke wird einen Teil der Ausbildung „Tiergestützte Intervention“ gemeinsam mit mir absolvieren.

Das alles lässt mich daran glauben, dass ich die passende Arbeit für mich finden werde. Mit Ehrlichkeit, Offenheit und meinem Willen.

Achja, nochwas:

Ich bin geimpft – zweimal – kann den Booster kaum erwarten und gehe davon aus, dass ich Ende Frühling auch nochmal auffrische… Denn mir sind maximal 4 kleine Piekser viel, viel sympathischer als mir mit Beatmungsschlauch & Co. ein Krankenhausbett teilen zu müssen.

 

 

 

Und plötzlich ist wieder alles dunkel,

stockdunkel, schwer, lähmend, im wahrsten Sinne den Atem beraubend, herzrasend, eiskalt, unglaublich traurig, aggressiv, schmerzhaft, schlaflos, ein Albtraum, Tag wie Nacht, Krampf – Kampf – bei gleichzeitiger totaler Schwäche, panisch, ganz klar in Watte, abstoßend, leidvoll, herunterziehend, tränenreiche TränenMeere, freudlos, wütend und mütend selbstmörderisch, verletztend, selbstverletzend, zerstörerisch, …

… und das sind nur die Symptome, die sich wie durch Geisterhand konspirativ  verabredet haben. Ich höre deutlich dieses  „Ich kann nicht mehr!“ und „Ich will nicht mehr!“. Noch funktioniere ich. Ich atme, lächele, ich scherze.

Da ist es wieder,

das schwarze Schaf

auf der wilden Wiese,

meiner Seele

und blökt mich an.

Tief in mir drin, der „Waschzettel“ für Wiese und Schaf – Strategien, Notfallplan, Therapie – wenn ich nur nicht so müde wär.

 

Stille Nacht – Coronachten – Mer muss och jünne künne

So sagen es die Rheinländer*innen op platt und so wurde ich auch erzogen. Gönnen kann ich, allen immer alles – allerdings bedeutet das nicht, dass ich auch alle und alles immer verstehen muss. Was mein Verständnis betrifft, ist das im Umgang vieler mit dem Coronageschehen aufgebraucht. Was wiederum nicht heißt, dass ich eigene „Meinungen“ absprechen möchte – vielleicht die Intelligenz sich diese zu bilden, aber nicht ihre/seine Sichtweisen. Entsprechend erdreiste ich mich, auf Grund zur Zeit stetig steigender Coronazahlen, auch und gerade in MV, in Vorpommern-Greifswald, meinem Unverständnis in Form von Kommentaren Ausdruck zu verleihen.

Natürlich, im Vergleich zu den 1000+ Inzidenzen aus Österreich, Teilen Bayerns und dem rechten Osten der Republik stehen wir hier nahezu gesund da. Und solange Fasching und Fußball gefeiert werden darf, ist doch sowieso alles heile Welt. Außerdem wer bin ich,  dass ich die Freiheit der Greifswalder*innen beschneiden will – also das, was ein kleiner Teil Greifswalder*innen so unter Freiheit versteht.

Meine Merkwürdigkeit schaut sich die aktuellen Zahlen an:

Quelle: https://mv-corona.de
Corona im Landkreis Vorpommern-Greifswald

Also mich beunruhigt das, auch und vorallem mit Blick auf die Intensivstationen im Rest Deutschlands und deren Entwicklung in den letzten Tagen.

Entsprechend erdreiste ich mich unter die Ankündigungen des Greifswalder Weihnachtsmarktgeschehens und „Diskussionen“ dazu,  meinem Unmut mit den Worten „In Anbetracht der steigenden Zahlen verantwortungslos!“ Ausdruck zu verleihen.

OHA, da schreit das freiheitsliebende Folk auf. Da geben sich die Shitstürmer*innen die Kommentarspalten in die Hand.

Und weil ich keinen Bock hab, mich unter jedem empathielosen, sinn- und intelligenzbefreiten Bullshit, unter jeder Hatenachricht und persönlichen Anfeindung und Beleidigung zu wiederholen,  hier meine Antwort dazu, meine Meinung:

Sie haben natürlich absolut Recht, Wer bin ich Ihnen Ihren traditionellen Weihnachtsrummel nehmen zu wollen. Im Prinzip kann es mir auch wurscht sein, denn mich stört weder ein eventueller Lockdown, noch bin ich von Homeschooling und Zwangsbespaßung meiner Kinder in Konsequenz betroffen. Gastronomien aller Art, Kinos – können wegen mir gerne geschlossen werden und Urlaub?! Ich lebe dort, wo andere gerne Urlaub machen und finde auch im Lockdown mit den härtesten Kontaktbeschränkungen mein Plätzchen zum wohlfühlen, entspannen und genießen an frischer Luft. Ich habe einen tollen Mann und wunderbare Freund*innen, mit denen ich dann wieder nicht kuscheln und knutschen darf, das geht mir im Lockdown wirklich ab, aber mit denen ich mich ohne körperliche Nähe austauschen kann. Sogar meine Therapie kann ich online durchführen – das ist nicht schön und sehr gewöhnungsbedürftig, aber es ist Therapie – ein Glück, in dessen Genuss Sie vielleicht nicht kommen, weil mit steigenden Coronazahlen und entsprechenden Maßnahmen auch die Therapiebedürftigkeit wächst, die Therapieplätze allerdings nicht.

Patientin an Sauerstoff - Symbolbild aus meinem privaten Archiv. Was mich ankotzt ist nicht Ihr Wunsch nach gepanschtem Glühwein und überteuerten Mutzen, sondern dieser unreflektierte, arschige Egoismus, den jede, den jeder an den Tag legt, der Weihnachtsmärkte, Faschings- und Silvesterfeten, Fußballspiele und Co. mit „Freiheit“ gleichsetzen.

  • Mir tun die Menschen leid, die wieder ausbaden dürfen, was diese Verantwortungslosigkeit und dieser Egoismus mit sich bringt. Medizinisches- und Pflegepersonal,
  • Patient*innen,
  • die Bewohner*innen in Seniorenresidenzen, Heimen etc., die zu Weihnachten dann im Zweifel keinen Besuch bekommen dürfen,
  • Angehörige und Hinterbliebene, denen diese Verantwortungslosigkeit und dieser Egoismus die Möglichkeit des AbschiedNehmens nimmt.

Aber es ist, wie es ist – Sie wollen auf den Weihnachtsmarkt und darum hab ich gefälligst mein Maul zu halten.

Empathie, Mitgefühl und Mitdenken bringen manche Leute offenbar erst auf, wenn sie selbst Einblick hatten, z.B. auf eine Intensivstation unter Coronabedingungen,  oder selbst in irgendeiner Art betroffen sind. Zu gleichem Ergebnis führt ja bereits die Impfdiskussion. 

Also nur zu. Genießen Sie Ihre vermeintliche „Freiheit“, es sei Ihnen und Ihren Liebsten von Herzen gegönnt, mit allen Konsequenzen.

 

RyckBlick 2021?

Zeit dazu wäre eigentlich – aber nein! Bevor ich mich dem jährlichen Ryckblick widme, muss erst noch was raus. Ich platze sonst – und dann gäbe es nixx. Darum gibt es hier und heute erst einmal einen CORONAlen Ryckblick mit gegenwärtigem Verlust der Impulskontrolle – denn seit zwei Wochen spätestens

Kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

Kurz vorab – es wird, wie es ein Verlust der Impulskontrolle vermuten lässt, im folgenden Text sehr unplüschig, u.U. auch in Fäkalsprache und mit Sicherheit dem einen oder anderen Leser hier ordentlich gegen den Strich gehend. Isso. Ich werde meine Worte, meine Wahrnehmungen und meine Meinung auch nicht groß diskutieren, denn diskutiert, versucht zu überzeugen, mit Samthandschuhen angefasst und mich unfassbar zusammengerissen habe ich in den vergangenen Monaten ausreichend bis über Gebühr – Gebracht hat es nichts, im Gegenteil. Wer mich falsch verstehen möchte, wird dies tun, wer sich angegriffen fühlen möchte, mag das tun, wem der Schuh passt, ziehe ihn sich an.

Folgende Worte sind die Ergebnisse meiner Wahrnehmungen, die Essenz meiner Gefühle, das Substrat meiner unfassbaren Wut.

Wer also weiter klickt und weiter liest kann nicht sagen, es habe keine Langzeitstudien gegeben und frau habe von eventuellen Nebenwirkungen nichts gewusst.

Folgender Text kann Spuren von Verzweiflung, Populismus, Polemik und Wut enthalten.

„RyckBlick 2021?“ weiterlesen

RyckBlick, Teil 2

Getz wird es ein bisschen privater…

 

  • Kurz Mittel Lang Länger Kurz Mittel Kurz – das ist kein komisches Gemorse, sondern meine Haarlänge 2020
  • Mein inneres Kind hat kurz vor dem Licht am Ende des bis hierhin recht beschwerlichen Ryckweges die Dose der Pandorra geöffnet und ich bekomme sie nicht mehr zu. So gesellte sich zu der Depression eine handfeste Posttraumatische Belastungsstörung, wie es in feinstem PsychoDeutsch heißt. Das Licht ryckte in noch unsichtbare Ferne und ich werde noch ein ganzes Weilchen mit mir selbst beschäftigt sein.
  • An meiner Seite mein HerzMensch, immer noch, immer weiter, tapfer, stark und zuversichtlich, dass ich das schaffe, weil wir das schaffen.
  • Natürlich hat Corona auch in mein Leben massiv eingegriffen. Wobei, nein, nicht das Virus, sondern der Umgang einiger mit der Pandemie. Mit ein Grund, warum ich mich nicht nur das SocialDistancing vertiefe, sondern mich in SocialMediaDistancing übe. Die Geister der Aggression und des Kontrollverlustes muss ich nicht wieder haben.
  • Ryckzug tut gut, mir und meiner Seele
  • Mein HerzMensch hat meinen Hof in ein Kleinod des wohligen Ryckzugs verwandelt und gemeinsam haben wir ein kleines Paradies für viel liebenswertes Geflügel und uns geschaffen. Wir sind gut zu Vögeln 😉
  • Ich wurde 3mal in diesem Jahr zur so unfassbar stolzen „OmaBigi“ gemacht. 3 „unserer Jungs“ aus der unsäglichen Zeit der #fckngsprtshll2015, die „ihren Weg“ gegangen sind, sind Väter geworden. Und damit ich mir nicht zu viele Daten merken muss, sind Ayla und Emil am gleichen Tag im März zur Welt gekommen, während die kleine Emilia, wie die Oma ein Novemberkind ist.
  • Indes wurde unsere „Kinderzahl“ einmal mehr erweitert. An der Seite des fantastischen Sohns des HerzMenschen gibt es eine liebenswerte Freundin.
  • Alle guten Dinge sind drei??? Dreimal ist nun der Urlaub auf unserer Herzensinsel Pellworm ins Wasser gefallen. Das gibt Hoffnung für März.
  • ArcheTotal
    2020 war für mich nicht nur das zweite Jahr mit der Arche Brandshagen, sondern DAS ArcheJahr überhaupt. Die Arche wurde gleich im April, mit unserem Besuch dort, zu meinem TherapieOrt. Bei Gudrun, die zu einer der wichtigsten Menschen in meinem Universum wurde und den Vierbeinern und Vögeln konnte ich sein. Einfach sein, ohne mich erklären zu müssen. So entwickelte sich dort meine besondere Form der tiergestützten Therapie, für die ich mehr als dankbar bin, die mir nicht nur sprichwörtlich  ganze Tage, sondern auch mein Leben gerettet hat. Neben der Kitzaufzucht gab es in diesem Jahr zwei Rothirschkälber in der Aufzucht, von denen mein HerzMensch und ich uns Fritzi als Paten“Elch“ auserwählten. Ein Kalb mit sehr viel bunter Knete im Kopf und unfassbar großem Schmuse- und Kuschelbedürfnis. Genau das Richtige für die traurigen, verzweifelten, dunklen und traurigen Sequenzen des Tages. Egal wie schlecht es mir ging, auf der Arche wurde alles besser, auch ich!
  • Tolle Menschen prägten mein Jahr, trotz aller Distanz und Kontaktbeschränkungen. Liebe neue und alte Bekannte  und Freunde erwiesen sich einmal mehr als Lieblingsmenschen oder entwickelten sich dazu. Es ist schön zu wissen, dass ich auf ein so liebevolles Netzwerk zuryckgreifen kann, meine Macken und mein Ryckzug so bedingungslos akzeptiert werden.
  • Meine Therapeutin wurde zu einem unfassbaren Schatz in diesem Jahr, dem ich ebenfalls unfuckingfassbar viel zu verdanken habe.
  • Das erste Mal in meinem Leben habe ich Geld gewonnen!  Nicht super viel und nicht für mich, sondern für „meine“ Arche, mit der ich im Übrigen auch…
  • 2 Fernsehauftritte hatte im NDR und zum Menschen der Region und Teil  wundervoller Artikel über das Sundhus und die Arche in der OZ wurde.
  • Ich lebe auch 2020 in dem Haus mit den besten und liebenswertesten NachbarInnen der Welt. Es ist so schön, dass es diese tollen Menschen für mich gibt.

Das Positive aus 2020 zu ziehen ist gar nicht so schwer, wenn man es denn möchte. Natürlich möchte ich, denn meine depressiven und überforderten Momente überwiegen leider immer noch, so dass es genau diese positiven Erlebnisse und Menschen sind, auf die ich mich zuRYCKBLICKend besinnen möchte.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leser*innen hier auf dem RyckWeg ein glückliches, friedliches, besinnliches und gesundes Weihnachten 2020. Passt auf euch auf!

 

 

 

 

 

RyckBlick, Teil 1

Corona

Das Jahr 2020 wird vielen unter uns als das Coronajahr in Erinnerung bleiben. Ein Virus, EBEN NICHT „nur eine Grippe“, eine Pandemie, Menschen an ihrer Belastungsgrenze und weit darüber hinaus, (Existenz)Ängste, überforderte und neu geforderte Eltern, Verhaltensregeln und -empfehlungen, Infektionsschutzgesetze, Auflagen, Pflichten, AHA, Kontaktein- und beschränkungen, Rycksicht, Vorsicht, Nächstenliebe, Menschenverachtung, vermeintliche Querdenker und tatsächliche GarNichtDenker, sogenannte Leerdenker, Virologen, Lockdown, Shutdown, …

und TOTE – verglichen mit den Opfern des Syrienkrieges oder den im Mittelmeer ersoffenen Geflüchteten eher wenig, angesichts einer Pandemie, die mit der Einhaltung ein paar weniger einfacher Regeln nicht besiegbar aber einzudämmen wäre, viel zu viele! In allen drei Fällen werden die Zahlen von Rechten, Rechtsextremen, Nazis, Reichsbürger*innen, Verschwörungstheoretiker*innen, selbsternannten „Besorgten“ und „Bewegten“ und Wahrheitsverdrehern instrumentalisiert, relativiert, heruntergespielt, sogar negiert. Da nutzt es auch nichts, den Verstorbenen ein Gesicht zu geben.

Nachdem an die Vernunft der Menschheit offenbar nicht zu appelieren ist, dürfen wir dank einer vergleichsweise kleinen Zahl Leerdenker und Hirnlosen dieses Jahr Weihnachten im Lockdown

er

 

 

 

 

Danke dafür. Wen wundert es, wenn manche Menschen sich mehr und mehr der Misanthropie verschreiben und größere Ängste gegenüber den Leuten um sie herum entwickeln als gegenüber des Virus selbst.

Und was sonst hab ich so national und international mitgekriegt?

  • Verquickung von Politik, Polizei und Rechtsextremismus, auch und besonders in SchreckPomm;
  • 1 rechtsextremistischer, 1 islamistischer, 1 politischer Anschlag; sich ausbreitender Antisemitismus;
  • das zwar „gut gemeinte“ aber nichts verändernde Beklatschen von ArbeitnehmerInnen in Gesundheit und Pflege,;
  • der Flughafen BER scheint fertig;
  • Brexit; der HarryMegExit;
  • ein echt beSCHEUERter Umgang mit den Verfehlungen des Andreas Franz, der ob der gefühlten Fantastilliarden, die er in den Sand setzte  immer noch im sicheren Schoß der deutschen Bundespolitik sein Unwesen treiben darf und in keinem Ryckblick auftauchte bislang, im Gegensatz zu Wirecard, wozu ich dann jetzt nichts mehr sage.
  • Eigentlich traue ich mich kaum, es laut zu sagen, wer mich kennt, kennt meine Haltung. Darum schreibe ich es leise hier hin: die Auftritte von unserer Bundeskanzlerin und dem Herrn Söder stimmten mich nicht selten überzeugt. Ich bin sicher kein Fan – aber meiner Meinung nach haben die beiden in der Krise einen verdammt guten Job gemacht.
  • Die Polizei muss sich eine Menge „gefallen lassen“ in diesem Jahr – natürlich nicht jeder Polizist, aber es wurde verhältnismäßig häufig die berechtigte Frage gestellt: „Wen rufst du, wenn die Polizei selbst Täter ist?“
  • Ein Präsident, wie es ihn noch nie gegeben hat und hoffentlich auch nie, nie wieder geben wird wurde endlich abgewählt! Der alte, weiße, laute und dumme Donald duckt sich vor diesem Wahlergebnis immer noch weg und behauptet das Gegenteil (Selbst Gerhard hat es seinerzeit schneller begriffen) – aber ab Januar darf ein neuer, noch älterer weißer Mann die Fehler seines Vorgängers ausbügeln und es hoffentlich besser machen (wozu es denke ich nicht wirklich viel braucht!)
  • tbc…

Und regional so?

Offiziell habe ich mich aus gesundheitlichen Gründen aus allem, was Greifswald betrifft in diesem Jahr herausgezogen und sogar herausgehalten. Letzteres erstaunt mich ryckblickend am meisten. Dank diverser Verteiler fühlte ich mich stets gut informiert, aber nach 10 Jahren einfach mal „nicht zuständig“. Es sei denn natürlich, meine Meinung oder Unterstützung in politischpassivpolarisierendaktiver Form war explizit gefragt. Das hat mir und meiner Psyche verdammt gut getan, wenn auch ich nicht selten mächtig an mich halten musste.

Dieses war der erste Teil meines Ryckblicks auf ein bewegendes und nachdenklich stimmendes Jahr.

 

 

 

 

Meinung vs. DeinDung

Meine Meinung heißt meine Meinung, weil es meine Meinung ist. Wäre es deine Meinung, hieß es Deinung oder eben DeinDung..
 
Meinungsfreiheit
Meinungsfreiheit, Urheber leider unbekannt.

Deinungen höre ich mir immer gerne an. So bin ich, so funktioniert Gesellschaft, so geht das in Gesprächen, Auseinandersetzungen, Diskursen und Debatten. Dabei ist Deinung mindestens so wichtig, wie Meinung – und wir können so unendlich dankbar sein, dass wir sie äußern können und dürfen, ohne Angst um Leib und Leben. Ja, wir dürfen für sie sogar auf die Straße gehen und demonstrieren – du für Deinung, ich für Meinung. Auch das ein Umstand, der mich mit Dankbarkeit erfüllt. Das Eine wie das Andere ist wesentlicher Teil unserer Demokratie und steht so in unserem Grundgesetz, in Präambel, 146 Artikeln und dem Anhang. Richtig töfte ist, dass dieses Gesetz mit all seinen Artikeln recht verständlich abgefasst ist, also auch für so einfach strukturierte und gestrickte Menschen wie mich. Das sind die postalischen Auswürfe der JobCenter und anderer Behörden erheblich schwieriger zu verstehen.

Nun halte ich mich bekanntermaßen seit mehreren Monaten zum Glück einiger mit meiner Meinung zuRyck. Das heißt nicht, dass ich nichts mitbekomme. Das heißt einfach, dass ich ganz egoistisch mit mir beschäftigt bin, mit mir und meinen Begleitern Depression und PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung). Das reicht mir auch – eigentlich.
Uneigentlich ist es aber so, dass seit einigen Wochen wieder M.Ärsche der Walking BrainDead stattfinden, Personen, offenbar ohne sinnvollen Lebensinhalt in Wort und Bild laut, lauter am lautesten ihre verquerten Ansichten vertreten. Als wäre das nicht schon belastend genug, scheißen die BrainDeads zusätzlich lauthals auf so ziemlich alle Werte, das Grundgesetz, Respekt und Gesundheit der Menschen.  Schlimmer noch, sie instrumentalisieren ihre Kinder, verhöhnen auf widerlichste Art und Weise die Opfer des NAZIonalsozialismus, sind betont nicht mehr besorgt, sondern krakeelen ihre Wut und ihren Zorn an jedem passenden und unpassenden Ort heraus, schrecken selbst vor Aggression, Gewalt und Terror nicht zurück.
Da krieg ich Plaque!!!11!!
Ich hätte niemals gedacht, dass sich der Abschaum unserer Gesellschaft nach 2015/2016 noch vervielfachen lässt. Nicht nur das, er wird auf ekelhafteste und abstoßendste Weise mit dem Abschaum 2020 vermischt. Denn wenn die Argumente in Sachen Corona nicht mehr ausreichen, sind natürlich wieder die Migrant*innen an allem Übel schuld.
Bitte nicht falsch verstehen: Ich verstehe einige CoronaMaßnahmen nicht, bin skeptisch und mit ganzem Herzen bei all den Menschen, denen mit diesen Maßnahmen zusätzlicher Schaden zugeführt wird. Es ist nicht einleuchtend, dass sich am ÖPNV mit vollen Bussen und Bahnen offenbar nichts ändert, außer das Tragen der Maske vielleicht -Kulturbetriebe und Kulturschaffende aber vor die Hunde gehen. Auch weiß ich um einige Versäumnisse der Regierung zwischen Lockdown 1 und 2 und auch das  macht mich ein Stückweit wütend. Trotzdem:
Deinung – DeinDung – Hass – und das in einer nie erlebten Form, die mir mehr Angst macht, als jedes mutierte CoronaVirus. Dieses Virus, COVID19 lässt einige Leute allen Anstand über Bord werfen. Und warum? Die Antwort lautet AHA. Damit ist nicht etwa die norwegische Popgruppe um Morten Harket gemeint, sondern die wohl einfachste Regel der Welt, welche , neben zum Beispiel der freiwilligen Nutzung der Corona-Warn-App, ein Teil des Infektionsschutzes ist:
A – ABSTAND halten mindestens 1,50 Meter
H – HYGIENE beachten, HÄNDE waschen, ggf. desinfizieren – nicht in die weite Welt hinein husten oder rotzen, sondern in die Armbeuge.
A – ALLTAGSMASKE, MundNasenSchutz, SchnutenPulli tragen
Siehe auch auf den Seiten des Gesundheitsministeriums, der Bundesregierung, diverser Praxen.
Sagt selbst, einfacher geht es kaum. Es kostet nicht viel – Seife, Desinfektionsmittel oder -Tücher, die Masken, die mit ein wenig Kreativität sogar aus alten T-Shirts, Schlüppis und anderen Textilien selbstgemacht werden können. Einfacher geht es kaum und es rettet Leben.
Einfacher geht es kaum, aber den WalkingBrainDeads ist das einfache zu viel, und sie lassen es an jeder passenden und unpassenden Stelle in Wort & TAT raushängen. Die Infektionszahlen steigen, die Todesfälle in Verbindung mit Corona nehmen zu und egal, wie sich Virologen und Politik auch drehen und wenden, um schnellst möglich logische, richtige Schlüsse zu ziehen und zu lernen, die Hirntoten, Dumpfbacken, Quer-, bzw. Leerdenker, Covidioten, EkelhAfDen & Co. radikalisieren sich und plärren Deinungen. Das wiederum führt dazu, dass dieser einfachen AHA-Regel weitere Regeln in praktischen 2-4-Wochen-Happen hinzugeführt wurden. Kontaktbeschränkungen, QuarantäneRegelungen, Geschäftsschließungen lähmen bis hin zum Lockdown.
Ich möchte einer solchen Kreatur gerne meine Freundin vorstellen, die als Freiberufliche mit 5 Kindern zuhause ist, mit allem was dazu gehört – Beschäftigung, Haushalt, Homeschooling, Frieden stiften, Sorgen, Kümmern, Funktionieren und die schon seit langem nicht mehr weiß, wo ihr der Kopf steht – die aber durchhält, sich aufrafft und glaubt. Ich bewundere sie so sehr!
Ich möchte diese Kreaturen auf die Intensivstationen schleppen, damit sie mit ihren eigenen Augen sehen können, was ihre Antihaltung, ihr Leugnen und ihr menschenverachtendes Verhalten anstellen. Ich möchte  Leugner in einen Raum sperren mit Ärzten, Krankenschwestern, Pflegenden, die mit ihren Kräften am Ende sind. Ich möchte diese Leugner in Hospize sperren, in denen Menschen unterschiedlichsten Alters den letzten Weg mit nahezu fremden Menschen antreten müssen, weil ihre Liebsten keinen Zutritt erhalten. Die kompetente liebevolle Pflegekraft ist sicher kein Ersatz für jene Menschen, mit denen sie ihr Leben teilten. Ich möchte Leugner gerne bekannt machen mit jenen Menschen, die gerade einen Liebsten verloren haben und von dem sie sich auf Grund der Maßnahmen nicht verabschieden durften, den sie nicht einmal auf ihrem letzten Weg mit Familie und Freunden begleiten dürfen.
Ich möchte noch so viel mehr – UND DAS MACHT MIR ANGST! Ich bekomme Angst vor mir selbst und meinen Gedanken, wenn ich mit diesen Leugnern, Schwurblern, Menschenhassern konfrontiert werde. Extrem wütend & gehässig  in meinen Gefühlen und Gedanken, fällt mir zunehmend schwer, mich zuryckzuhalten, die Sachlichkeit zu behalten, wenn ich dann doch einmal mit einer Person mit ganz viel DeinDung diskutieren „muss“.  Ich werde mehr und mehr zur Misanthropin und Soziopathin.
Es geht nicht. So wenig Sinn es macht, mit einer Nazibratze das Gespräch zu suchen, so sinnfrei ist es, Verschwörungstheoretikern, Coronaleugnern & Co. mit Argumenten und Fakten zu kommen. Zumal sich in der Schnittmenge der  Rücksichtslosen alle Idiotologien vermischen und es ja nahezu „schick“ ist, sich auf den gegen geltendes Recht verstoßenden Veranstaltungen gemeinsam zu zeigen.
Aus aktüllem Anlass möchte ich diesen Post mit einer Erklärung schließen. Ich war über sehr, sehr lange Zeit sehr fröhlich über meine „Freunde“ in sozialen Netzwerken, die grünen Punkte, die Menschen, die ich zu 90% persönlich kenne, die durchaus vielleicht auch mal anderer Meinung sind, aber mit denen ich im Punkt Menschlichkeit auf der gleichen Welle schwimme, nein zu schwimmen glaubte.
Wer glaubt, was Schwurbler, Hirntote, Dumpfbacken, Quer-, bzw. Leerdenker, Covidioten, EkelhAfDe & Co. an Schwurbeleien, Phantastereien, Lügen, Fakenews, Aufrufe zu Hass & Gewalt von sich geben,  diesen Scheiß liked oder sogar noch kommentarvoll oder -los teilt, wird ohne mit den Wimpern zu zucken aus meiner Liste per virtüllem Arschtritt entfernt.  Ganz vielleicht hinterfrage ich – mit zwei bis drei Worten: Echt jetzt? Dein Ernst? Meinst du wirklich? Aber ich diskutiere nicht. Dafür sind mir meine sehr begrenzten Ressourcen einfach zu schade.
FickDichWer dazu aufruft, den sogenannten friedlichen Widerstand zu leisten, in dem einfach die Maske nicht getragen und Weihnachten mit der ganzen Familie und allen Freunden in vermeintlicher Stille gefeiert wird, leistet MEINER MEINUNG NACH nicht nur einen großen Beitrag zur weiteren Verbreitung des Virus, sondern macht sich schuldig – schuldig an einer Verlängerung des Lockdowns, an einem eventuellen Shutdown, an der Gefährdung aller Menschen um ihn/sie herum. Wer mit solchen Aufrufen billigend in Kauf nimmt, dass unser Gesundheitssystem zusammenbricht und die Todeszahlen weiter in die Höhe schnellen, hat in meinem Dunstkreis, in meinem Synchronuniversum, in meinem Leben nichts verloren – weder virtuell noch real! Da kannst du noch so ein liebenswerter Mensch gewesen sein in meinen Augen – mit solch einer Haltung überschreitest du mehr als eine meiner Grenzen. Behalte DeinDung für dich!
Danke fürs Zulesen!
Allen Leser*innen einen friedlichen und gesunden 4. Advent.