iFightDepression

Morgen ist es wieder soweit. Meine zweite virtülle Therapie-Einzelsitzung. Die „Vorfreude“ (total bescheuertes Wort, aber mir fällt kein besseres ein), hält sich noch in Grenzen. Die wöchentlichen Gruppensitzungen gehen mir enorm ab und so versuche ich, der alternativen Einzeltherapie gegenüber,  so offen wie möglich zu stehen, damit diese weiterläuft und mir nicht auch noch wegbricht. Das wäre in meiner momentanen Verfassung fatal!

Indes wurde ich von einer Freundin auf ein weiteres Online-Angebot aufmerksam gemacht.

iFightDepression

iFightDepression ist ein Angebot der „european alliance against depression“, in der Regel für professionell begleitete Betroffene und zielt auf die Selbstmanagement-Ressourcen ab.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten um die psychische Gesundheit zu stärken. Hier lernen Erkrankte, wie sie sich selbst helfen und mit einer Depression umgehen können. Grundsätzlich ist das Angebot immer kostenfrei, wird normalerweise aber nur „begleitet“ angeboten, das heißt es kann von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen für ihre Patient*Innen freigeschaltet werden. Die Begleiter*innen sind dann auch Ansprechpersonen bei Fragen, und wenn es mal nicht gut läuft. Aufgrund der aktuellen Lage wird in den kommenden Wochen eine Ausnahme gemacht und die Allianz lädt alle herzlich ein,  sich die Inhalte von iFightDepression anzuschauen und die Übungen auszuprobieren. Es werden im Text trotzdem ab und an Hinweise auf die professionellen Begleiter*innen gegeben, sowie mögliche Notfallkontakte gelistet.

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Physische Kontakte kann man nicht digitalisieren

Psychologische aber schon

Vergangene Woche führte eine Talkrunde ein Interview mit dem Moderator Johannes B. Kerner. Er berichtete über seine Quarantäne, stand Rede und Antwort zu Fragen, die zur Zeit global von Interesse sind. Ein Satz, der sich mir einprägte war:

Physische Kontakte kann man nicht digitalisieren

Wie wahr er doch spruch. Als Mensch mit Depressionen erlebe ich gerade vielfach, wie furchtbar es ist, wenn die ersten kleinen Therapieerfolge von jetzt auf gleich wieder zusammenbrechen. Da arbeitet mensch über Monate daran überhaupt wieder Nähe zuzulassen. Mensch freut sich über die ganz wenigen Kontakte im eigenen sozialen Mikrokosmos, zu denen auch körperliche Nähe z.B. in Form von einer Umarmung möglich ist – und dann sind diese winzigen Errungenschaften auf Null zu fahren. Ein Mensch-zu-Mensch-Abstand von mindestens 1,50 Metern ist zu wahren, nicht nur auf Händeschütteln ist zu verzichten,  jedweder körperlicher Kontakt ist zum eigenen Schutz und zum Schutz der Mitmenschen zu unterlassen. Anders ist eine Pandemie nicht zu bremsen und die täglichen Zahlen neuer Infizierter und Toter geben dem Recht.

Mir geht es gerade total ab, meine  wenigenLieblingsmenschen / Freunde  nicht umarmen, trösten, aufmuntern zu können oder gar mich selbst aufmunternd, tröstend umarmen lassen zu können. Diese Nähe fehlt mir absolut und dieser Kontakt ist leider nicht durch die körperliche Nähe zu meinem Lebensgefährten zu kompensieren. Ich bin für wahr schon lange kein Rudelmensch mehr, um so wichtiger ist mir die Nähe zu meinen Engsten. Natürlich könnten wir telefonieren, chatten, skypen – doch das kommt nicht annähernd an das heran, was ich mir wünsche, was ich brauche: Das gemeinsame Essen, der gesellige Kaffee, der Spaziergang hat in digitaler Form niemals die Qualität eines Face2Face-Gesprächs.

Hinzu kommt, dass

  • Lieblingsplätze geschlossen sind,
  • ich nicht mehr einkaufen gehen sollte,
  • Gastronomien geschlossen sind.

Gerade die letzten beiden Punkte haben mich in den vergangenen Monaten enorm viel Energie gekostet und ich war so stolz darauf, es wieder zu schaffen durch große Supermärkte zu „schlendern“ und gemütlich mit meiner Familie im Restaurant zu essen und nicht die ToGo-Variante zu wählen, weil ich es nicht ausgehalten habe.

Last but not least ist die größte Herausforderung die Therapie. Das PSYrena Programm, die Gruppentherapie, ist ausgesetzt bis mindestens Ende April. Nach diesem Schock war ich in großer Sorge ob der Einzeltherapie. Sie findet statt, allerdings seit heute digital. Per Video, am Laptop – meine Therapeutin in der Praxis, ich in meinen vier Wänden. Es ist anders. Es ist sehr anders und es kostet enorme Überwindung, zumal ich nicht der Telefon-/VideoMensch bin – im Gegenteil. Es ist mental enorm anstrengend, weil es eben ein Unterschied ist, ob ich einen Menschen in gänze vor mir sitzen habe (selbst auf 2 Meter Abstand) oder nur der Kopf über den Monitor sichtbar ist. Der gewohnte Blick in die Augen entfällt meistenteils, die Mimik ist eine ganz andere und Gestik lässt sich auch nicht so abbilden, „wie in echt“.

ABER es ist die einzige Möglichkeit, die Therapie aufrecht zu halten, es ist eine Alternative und ich bin so offen wie möglich, und gebe dieser neuen Therapieform eine Chance. Ich sitze meiner sehr geschätzten Therapeutin gegenüber und nicht einem wildfremden Menschen an einer Hotline. Das „SichÖffnen“ ergibt sich hoffentlich mit der Routine – und die wird es brauchen, denn ich denke dieses Virus wird uns noch lange beschäftigen, einschränken und auf Distanz halten. Denn diese Distanz ist es, die uns alle eint im Umgang mit den Risiken und Nebenwirkung des Virus, die jeden von uns am Leben hält.

In diesem Sinne

#ichbleibezuhause #distanzfürdiegesundheitaller #flattenthecurve #fuckcorona

Physische Kontakte kann man nicht digitalisieren

 

 

Social Distance

halte ich seit vielen Monden – kann ich.

Der Verlust der eh schon sehr begrenzten physischen Nähe zu den engsten Menschen im Mikrokosmos „soziales Umfeld“  und der regelmäßigen psychologischen Hilfen ist mehr als schwer zu ertragen und schafft heftige Probleme.  DAS kann man auch nicht wirklich digitalisieren…

So klammere ich mich an meinen Notfallplan und male…

STOPP Herr Grübel!!! Sie sind RAUS!

Werte Hamster,

NICHTmenschen und andere Arschlöcher!

Eigentlich sollte der vergangene Beitrag zum Thema Corona der einzige Artikel bleiben. Doch aus aktüllem Anlass, bedingt durch meine Notwendigkeiten und gesundheitlichen Bedürfnisse und aus derTatsache heraus, dass selbst professionelle Helfer*innen und medizinische Fachkräfte derzeit einfach nicht mehr wissen, wo sie es hernehmen sollen, muss ich nochmals Dampf ablassen. Und das noch einen Tacken unplüschiger.

Rycksicht, Umsicht und Vorsicht

Meine drei ÜberLebensvokabeln nicht nur zur Zeit, sondern immer. Ich persönlich halte mich für einen sehr empathischen, vielleicht nicht jederMANN und jederFRAU sympathischen, aber rycksichtsvollen, umsichtigen und vorsichtigen Menschen. Stets ein intensiver Blick auf mein soziales Umfeld, auf die Menschen und deren Bedürfnisse und Nöte, um mich herum. Schließlich und endlich ist es dieses Lebensprinzip, was mich zu Fall brachte, mir die Diagnose „Depression“ einhandelte und dem ich mich seit über einem Jahr im täglichen Kampf stelle. Meine Grenzen zu sehen und ernstzunehmen, war nicht unbedingt mein Steckenpferd der ersten Lebenshälfte.

Es bedarf meiner bescheidenen Auffassungsgabe und MEINung nach, keiner übermenschlichen Kräfte, um derzeit das Richtige, Notwendige und Wichtige zu tun – für mich und alle Menschen, die mir sehr nah stehen, die mich umgeben, für meinen Kiez, meine Stadt, meinen Landkreis, mein Land und damit Leben am Leben zu erhalten.

Geld regiert die Welt

und so ist das Thema Finanzen natürlich eines der wichtigsten Themen, auch während einer Pandemie. Bevor eine Fußball-EM oder Olympische Spiele abgesagt werden, muss über Verhältnismäßigkeiten diskutiert werden. Warum sollten also Chillernico & Co. nicht erst noch den einen oder anderen Euro abgreifen und Kapital aus dem Virus schlagen? Indes fallen Menschen wie du und ich quasi vom Glauben ab, weil trotz eindeutiger Hinweise und Ermahnungen, gehamstert wird, ohne auch nur einen empathischen Gedanken an die Menschen in der eigenen sozialen Blase zu verschwenden.

Hamstern

als gäbe es kein Morgen mehr. Nun kann man über den überdurchschnittlichen Absatz von Toilettenpapier noch fast schmunzeln. Bei Lebensmitteln hört der Spaß dann schon auf – hier ist sich jeder selbst am nächsten und was interessieren andere Leute, hauptsache der Tisch kann opulent gedeckt, der eigene Magen mit drei warmen Henkersmahlzeiten am Tag überfüllt werden. Dass ein  Toastbrot mit oder ohne Corona nur eine Woche hält  und dann schimmelt oder Kartoffeln in der Pandemie ebenso schnell keimen und gammeln, wie sonst – egal – Hauptsache es ist alles im Überfluss da!

Gemeingefährlich wird es, wenn es an die medizinischen und hygienischen Ressourcen geht. Und das ist der Punkt, der mich gerade so richtig in Rage bringt. Nun kann ich mir den Mehrverbrauch noch schön reden, weil er ja tatsächlich notwendig ist – nicht nur in Krankenhäusern und Praxen, sondern in allen öffentlichen Einrichtungen und natürlich auch in einem gewissen Maß im privaten Bereich. Doch dass medizinische und therapeutische Einrichtungen, sowie bedürftige, kranke und schwerstkranke Menschen Sorge haben müssen, nicht einmal mehr hygienische Standards halten zu können, weil sich irgendwelche Hamster, Prepperidioten, NICHTmenschen und andere Arschlöcher nicht nur für Jahre Desinfektions- und Hygienemittel aller Art auf Halde legen oder damit über Amazon, Ebay & Co. zu Wucherpreisen verticken, dann werde ich echt wütend. Und das nicht nur, weil ich Risikopatient bin und selbst Kleinstbedarf anmelde, sondern eben weil auch Apotheken, Drogeriemärkte, Praxen, Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen, ihre Arbeit nicht mit gutem Gewissen leisten können oder sogar einstellen müssen.

Die Nachfrage bestimmt den Preis?

Mensch kann nur an den Menschenverstand appellieren, sich auf solche „Privatanbieter“, die meinen sie könnten mit dem Leid und dem Sterben von Menschen noch mal richtig abkassieren, nicht einzulassen. Hier ein paar Beispiele ungebildeten und unmenschlichen Selbsterhaltungstriebs:

Und das goldene HamsterArschloch am virenverseuchten Bande verdient:

Liebe Leser*innen und Begleiter*innen auf dem Ryckweg,

ich weiß, dass 99% von euch mit mir d’accord gehen, selbst wütend, sauer sind und diese Entwicklung mit sehr viel Sorge beobachten. Viele von euch leisten selbst unermüdlich auf allen Kanälen Aufklärungs- und Informationsarbeit. Dafür mein ganz, ganz herzlicher Dank.

Meine Therapeutin frug mich heute, ob es eine Möglichkeit gäbe, das nicht so nah an mich heranzulassen, so „persönlich“ zu nehmen. Über diese Frage denke ich seit Sitzungsende nach und meine Antwort ist noch immer:

„Nein, denn es trifft mich persönlich, es betrifft das Leben MEINer Mitmenschen, MEIN soziales Umfeld und somit mich.

Passt auf euch auf, bleibt gesund und zeigt solchen Arschkrampen, wie das geht mit der MITMenschlichkeit,

Rycksicht, Umsicht und Vorsicht

Um mit etwas wirklich menschlichem zu enden – für Greifswalder*innen gibt es eine wirklich hilfreiche FacebookGruppe:

NACHBARSCHAFTSHILFE GREIFSWALD

Vielen, vielen herzlichen Dank an alle Menschen, die hier einmal mehr beweisen, dass Greifswald menschlicher ist, als es uns die Unvernünftigen und Hamster Glauben machen wollen.

 

Corona

Depressive Grüße aus der sozial-schwachen Unvernunfts- und Hamsterstadt Greifswald.

Jetzt möchte ich mich doch mal verbal erleichtern.

Wäre ich nicht schon depressiv & aggressiv – spätestens seit heute, liefe das Fass über. Doch bevor ich mich auslasse sei gesagt, dass ich die Einschränkungen und Schutzmaßnahmen durchaus nachvollziehen kann, gut heiße und, wer hätte es gedacht, ich unserer Stadt ein großes Lob ausspreche, für die gute, sachliche Informationspolitik zum Thema „CoronaVirus“.  Ich bin „glücklich“ darüber, in ein vernünftiges, empathisches und mitdenkendes soziales Umfeld eingebettet zu sein, das fern aller Hysterie und Panikmache agiert und reagiert, sei es auch noch so schwer. Ich möchte nicht mit der Mutter von fünf Kindern tauschen und ich kann mir sehr gut vorstellen, welchen Belastungen manche Menschen ausgesetzt sind. Mein aller größter Respekt gilt all den Menschen, die den „Laden Deutschland“ aufrecht halten und sich auch hier in unserer Stadt den Arsch aufreißen, weit über eigene Grenzen hinaus. Mir sind die wirtschaftlichen Probleme, die dieses Virus mit sich bringt sehr wohl bewusst und für viele Menschen sind die persönlichen, sozialen Einschränkungen sicher ein GAU.

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Bei mir

SteinReich

Menschen können sich auf die verschiedensten Arten kreativ ausdrücken. Schreiben, texten, malen, bauen, puzzeln, fotografieren, basteln – kreieren.

Für mich gibt es drei Möglichkeiten:

  • schreiben
  • fotografieren
  • malen

Das Schreiben beschränkt sich zur Zeit auf dieses Blog. Wie soll ich ausdrücken, was ich selbst nicht verstehe? Der Ausdruck in Worten fällt mir seit über einem Jahr unfassbar schwer. Wortfindungsstörungen, Schreibblockade, mangelnde Konzentration, das Wesentliche nicht erfassen können. Das alles spiegelt sich auch in den Therapien wieder, wenn ich von mir erzählen, mein Inneres nach Außen kehren soll.

Um zu fotografieren, muss ich meinen Ryckzugsort, meine Höhle verlassen und mich auf die Welt da draußen einlassen. Das gelingt mir nur gelegentlich und je nachdem, wo es mich dann hinverschlägt, speichere ich die Momente eher auf der Festplatte in mir, als auf dem SD-Chip. Wenn ich dann allerdings die Kamera zur Hand nehme und Augenblicke digital festhalte, spiegeln sich meine positiven Gefühle in den Motiven wider.

Bei mir bin ich, wenn ich male und seit dem ich im Frühjahr des letzten Jahres das Steinemalen

#balticstones #mvrocks #colourtherocks #acrylpainting #therapie #antidepressivum

für mich entdeckt habe, gibt es wieder ein wenig Farbe in meinem Leben und positive Gefühle. Das Steinemalen ist nicht nur kreativer Ausdruck, es ist kreatives Austoben, mein Kopffickkiller. Zwei, drei Stunden am Tag mindestens verbringe ich mit meinen Stiften und unterschiedlichen Steinen.

Das Sein in meinem Steinreich setzt Glückshormone in mir frei, wie nichts anderes. Neben dem positiven Effekt, dass ich mich vergleichsweise gut konzentrieren kann, ganz bei mir bin und etwas von dem, was sich Depression nennt ausblenden kann, hat Herr Grübel keine Chance auf mich Einfluss zu nehmen und die Tini TUSsi verschafft sich zwar im wahrsten Wortsinn „Gehör“, schreit mich aber nicht so an, wie den Rest des Tages.

(Vor-)Freude, Staunen, Stolz, ich kann ehrlich lächeln, mich teilweise von einigen Kreationen gar nicht trennen, weil ich sie so schön finde. Im Steinreich gelingen mir neue Wortschöpfungen und -spiele und manche Motive sind schlicht und ergreifend Seelenbalsam. Das Feedback auf meine „Kunst“werke ist manchmal schwer zu glauben. Superlative, wie „genial“, „großartig“, „wunderschön“ und ich passen für mich mit mir und meinem Tun noch nicht zusammen. Aber die Freude, die ich anderen Menschen mit meinen Steinen bereiten kann, setzt wiederum Endorphine frei. Dabei ist es egal, ob diese Menschen meine ausgewilderten, versteckten Steine gefunden haben und sich in der heimatlichen Facebook-Steingruppe Balticstones & MVrocks oder über andere Kanäle zuRyckmelden, ob ich jemandem einen besonderen Stein kreiere und schenke oder ob sich besondere Menschen von mir einen Stein wünschen.  Bitte nicht falsch verstehen: Ich nehme keine Aufträge an und erfülle auch nicht jedem/r seinen/ihren Wunsch. In erster Linie ist das Steinemalen für mich Therapie – Ergotherapie in Eigenregie. Denn wenn ich male, wenn ich mich in mein Steinreich begebe, bin ich bei mir – und das ist es, was wirklich zählt.

 

Seelensturm

Himmelhochjauchzend – Zu Tode betrübt

Mein Zustand zwischen Kopffick total und absoluter Lethargie.

Mir geht das ordentlich auf den nicht Vorhandenen.

Struktur ist wichtig.

Und doch: Kein Tag ist, wie der Andere. Keine Stunde ist, wie die Andere. Es kommt ständig anders als geplant, gewollt, gewünscht.

Das Kind in mir tobt, die Jugendliche rebelliert, die Erwachsene ist überfordert.

Es stürmt. Nicht nur über dem Land. Es stürmt vorallem im Kopf, im Herzen und in meiner Seele. Und tut es das nicht herrscht Stille. Diese absolut totale Stille, die kaum zu ertragen ist.

Strategie VitaminB

Mit Vitamin B gegen  Herrn Grübel und Frau Tus

Wie viele von euch und auch ich aus der Einzel- und diversen Gruppentherapien wissen, ist Herr Grübel ein unerfreulicher Zeitgenosse, der viel Kraft und Energie saugt. Auf einen Nenner gebracht heißt es, dass nachdenken gut und grübeln schlecht ist, da Herr Grübel einen überall hin entführt, nur nicht zu einem Ergebnis.

Fakt ist, dass es gar nicht so einfach ist, Herrn Grübel die Stirn zu bieten. Da können wir nachdenken wie wir wollen, uns Ablenkungen suchen und alternativen Gedankenpfaden folgen, er ist nicht selten sturer und hat mehr Sitzfleisch, als die gesamte Depressionsliga.

Heute begleitete er mich unverschämter Weise in die Wanne, die ich zwecks Entspannung, der morgendlichen Dusche vorzog. Für ein kleines SocialMedia-Projekt machte ich ein Foto und schwupps quatschte er mir rein. Das kann ich ja leiden – Gespräche am frühen Morgen, noch vor der ersten Kippe und dem ersten Kaffee… Ich ließ ihn labern und versuchte Herrn Grübel zu ignorieren. Leider funktionierte das nur so semi gut, da er sich mit Frau Tus, Tini Tus zusammentat und mir nun beide Schallereignisse im Kopf produzierten.

Ich starrte weiter auf das Foto, bearbeitete es, stellte es online und machte mir meine Gedanken dazu. In dem Moment siegte der kleine Denk. Er tunkte Herrn Grübel und Tini Tus für einen kurzen Augenblick unter Wasser und meinereine gelangte über das Bild und das Baden zu den bedeutetenden Bs. Schnell stellte ich fest, dass es einige viele Bs gibt, die in meinem Leben – gerade auch und besonders in der Depression – eine wesentliche und gesunde Rolle spielen. Aus den Bs wurde Vitamin B.

Vitamin B?

Vitamin B ist ein Vitaminrudel, bestehend aus acht Vitaminen. Sie finden sich in unserer Nahrung. In unseren Körpern sind sie  an allerlei wichtigen und lebensnotwendigen Prozessen beteiligt.

Vitamin B ist darüber hinaus ein geläufiger Begriff für spezielle soziale Beziehungen. Sie können im gesunden Maße dafür verantwortlich sein, dass wir bekommen, was wir uns wünschen, schwer erreichbaren Zielen näher kommen oder auf der Karriereleiter eine oder mehr Sprossen überspringen können.

Vitamin B darf und kann also durchweg als „gut“ und „positiv“ betrachtet werden. Wie bei allem gilt natürlich: „Die Dosis macht das Gift!“ und am Ende  dieses Strategiespiels stelle ich fest, dass es auch jetzt gutes und positives in meinem Leben gibt – ich muss mich „nur“ darauf besinnen:

Mein VitaminB-Rudel

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Suizidalität

Ich mag nicht mehr

Da geht es mir, wie wohl einer großen Anzahl Menschen mit der Diagnose Depression. Irgendwann ist Ende Gelände, Aus die Maus, ich kann nicht mehr und ich mag nicht mehr. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe sagt dazu:

Suizidgedanken und –impulse (Suizid = lat. Selbsttötung) sind ein sehr häufiges Symptom bei Depression. Sie machen Depression oft zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung.
Menschen mit Depression erleben nicht nur großes Leid, sondern haben auch durch die Erkrankung jegliche Hoffnung verloren. Sie glauben nicht daran, dass ihnen geholfen werden kann und sich ihr Zustand je wieder bessert. 
Um diesem als unerträglich empfundenen Zustand zu entkommen, kann der Wunsch entstehen, nicht mehr Leben zu wollen.
Wer selbst an Suizid denkt oder gefährdete Menschen kennt, sollte umgehend ärztliche Hilfe suchen.

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/depression-in-verschiedenen-facetten/suizidalitaet
©B.Schulz, 2000 – Dem Narren schlägt die Stunde, denn Zeit heilt keine Wunde

Pro Jahr nehmen sich in Deutschland knappt 10.000 Menschen erfolgreich das Leben. Das sind dreimal mehr, als z.B. durch Verkehrsunfälle ihr Leben lassen.
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Psychologinnen Fluktuation

oder Therapeutinnenbäumchen wechsel dich

Das vierte Jahr der psychologischen Betreuung begann für mich mit einem weiteren Psychologinnenwechsel, sowie einer Erweiterung der Therapie mit einer Gruppentherapie im Rahmen der PSYRENA, eines Nachsorgeprogramms der Reha. Auch diese Gruppe wird von einer Psychologin geleitet.

Für mich bedeutet das, dass ich mich gerade auf Psychologin 6 und 7 einstelle, Vertrauen aufbaue, mein Innerstes nach Außen kehre. Das ist zunächst einmal sehr anstrengend und verwirrend.

Psychisches Durcheinander

Bei allem Durcheinander, psychischem Chaos und all den Verwirrungen, kann ich allerdings von „Glück“ reden. Denn es passt. Menschlich lag und liege ich mit allen Therapeutinnen auf einer Wellenlänge und auch wenn in meiner Seele und in meinem Kopf hin und wieder der Punk abgeht, ich fühle mich mit der sechsten und siebten Umstellung auf andere Gesprächsführungen, vielleicht andere Schwerpunkte, andere Therapieansätze gut aufgehoben. In den vier Jahren hatte ich nur letztes Jahr einmal „Pech“ und zwar während meines Aufenthalts in der Tagesklinik. Mit meiner dortigen Bezugspsychologin stimmte es zwar menschlich, allerdings hatten die sieben recht kurzen (zwischen 10 und 20 Minuten) Einzelsitzungen nur sehr wenig, wenn überhaupt therapeutischen, psychologischen Charakter. Aufgefangen wurde ich durch die Urlaubsvertretung, die mir in drei Sitzungen (teils bis zu zwei Stunden) mehr half und mit auf den Weg gab, als besagte Bezugspsychologin.

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