bAUstelLE DePReSsiOn

…Depression, JahresBaustelle vor der Haustüre und Corona sind noch nicht genug

Dass Menschen mit Depressionen in CoronaZeiten besonders zu kämpfen haben, ist zwar allgemein bekannt, aber leider nicht allgemein bewusst. Es sind gerade die ganz wenigen Kleinigkeiten des Lebens, die einem Betroffenen noch Halt geben, Struktur bedeuten oder eben in ganz kleinem Ansatz Freude und Lebenssinn bereiten, die durch die enorm wichtigen und sinnvollen Einschränkungen wegbrechen. So schnell, wie diese Tagesbaustellen auf einer Autobahn, an der sich dann offenbar nichts zu tun scheint, wird die Depression verstärkt oder erneut zur gefühlt unüberwindbaren Baustelle. In Therapien mühsamst erarbeitete kleine Fortschritte können nicht ausgebaut werden. Im Gegenteil. Zum einen fallen diese wichtigen Therapien vielerorts weg oder werden mühsam in Telefonie- oder  Videositzungen aufrecht erhalten.  Zum anderen sind Ryckschritte an vieler Menschen Tagesordnung. So auch bei mir.

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Unsere Renten sind sicher…

oder wie sich Unverständnis und Ignoranz der Generation Ü60 in Zeiten von Corona zeigt.

Eigentlich ist es für OttoNormalBürger*innen in Deutschland ganz einfach:
  • Regelmäßiges gründliches Händewaschen und -desinfizieren;
  • 1,5 – 2 Meter Abstand halten und
  • ein einfacher MundNasenSchutz – als handelsüblicher, aber derzeit kaum bis nicht verfügbarer Mundschutz, selbst für GrobMotoriker und Ungeschickte selbst gefertigt, genäht, gekauft, designed, bzw. ein Tuch/Schal vor Mund und Nase,
  • ggf. Einmalhandschuhe (auch schlecht zu bekommen, aber hier tun es auch leichte Baumwollhandschuhe),
um mögliche (Tröpfchen-)Infektion zu MINDERN, nicht zu verhindern.
Regeln, Verbote & Empfehlungen
Diese Regeln und, was den MundNasenschutz betrifft, EMPFEHLUNG, sind neben den Reise-, Veranstaltungs-, Versammlungs- und KONTAKTVERBOTEN, wohl das Einfachste – sollte man meinen.
Meine persönlichen Befindlichkeiten, z.B. das Kontaktverbot betreffend, und jene Konsequenzen, die der Umgang mit diesem Virus derzeit auf meine Gesundheit und meine Therapien hat, außer 8 gelassen, weiß ich darum, wie schwierig für Familien, Alleinerziehende, Arbeitende gerade die Kinderversorgung ist. Andererseits zeigt mein Beispiel gleich, wie absolut übel es, um die Vorbildfunktion der älteren Personen bestellt ist. Wie sollen Schutz- und Hygienemaßnahmen da in Schulen und Kitas funktionieren? Auch sind mir die wirtschaftlichen, teils großen Probleme durchaus bewusst und ich fürchte, dass es auch viele Unternehmer*innen aus meinem sozialen Dunstkreis sehr hart trifft. Aber wie sollen wir das ganze in gesundene Bahnen lenken, wenn selbst die oben genannten einfachsten Regeln nicht befolgt werden?

HobbyMediziner*Innen und -Virulog*innen; Verschwörungstheoretiker*innen; Deutschlands TRUMPeltiere in Menschengestalt, Motzer*innen, Pöbler*innen Ignorant*innen

Mir machen schon seit Beginn der Pandemie viele Leute, deren Meinungen und Handeln viel, viel  mehr Angst, als das Virus und eine potentielle Ansteckung selbst.
Statt weiter gewissenhaft an einem Strang zu ziehen, wird gemotzt und gepöbelt. „Sollen DIE DA mir doch eine Maske stellen!“, „Dieser Quatsch bringt doch sowieso nichts!“, „Wieso soll ich im ÖPNV so ein Ding tragen, wenn ich doch eh meistens alleine im Bus sitze!“, etc. etc. etc.
Die Menschen sind aufgerufen, die Hochrisikogruppe Ü60 zu schützen; Kindern von ihren Großeltern fern zu halten; um alte Menschen einen großen Bogen zu machen. Meinereine war heute das erste Mal seit 4 Wochen wieder „einkaufen“ und ich weiß um den riesigen RyckSchritt, den das für mich bedeutet hat, und dass ich das so schnell nicht wiederholen werde. Sorry HerzMensch, aber das ist jetzt ultimativ deine Aufgabe. Wer keinen Bogen macht, ist die Hochrisikogruppe höchstselbst – im Gegenteil!
Bedingt durch die anhaltenden Bauarabeiten in unserer Straße, war ich gezwungen einen Bogen durch die Einkaufsmeile Greifswalds zu machen. Zunächst noch motiviert und zuversichtlich, mit Sonnenschein, MuNa-Schutz und Handschuhen ausgestattet, hätte ich beim Einbiegen in die Fußgängerzone am liebsten schon wieder umgedreht. Die Stadt voller Menschen (klar, die Sonne lacht und seit gestern haben die Geschäfte zum Teil wieder geöffnet); Menschenschlange vor einem Telefonanbieter, noch mit mindestens einem Meter Abstand – immerhin. Leute Ü60, die in Kleingruppen mitten auf dem Weg ein Pläuschchen hielten, mit ihren Fahrrädern wackelnd und Slalom fahrend, in beiden Richtungen unterwegs waren.  Angekommen am Drogeriemarkt meines Vertrauens, freute ich mich über die nicht vorhandene Schlagen davor. Mein Blick auf die Einkaufswagen sagte: „Okay, ich kann!“ und so zog ich mir meine Handschuhe an und betrat den Laden. Ca. 15 Kund*innen waren im Laden; neben mir trug noch eine ältere Dame einen MuNaSchutz und zumindest einen Handschuh an der Hand, mit der sie zu den Waren griff. Eine Kundin und ein Kunde (beide ungeschützt) waren deutlich unter 60. Der Rest, Personen Ü60, hielt weder was von Abstand, bzw. verließ sich darauf, dass die anderen den Abstand einhalten; fuhr mit den Wagen in meine Hacken oder stand mitten im Gang, telefonierend, Klääfchen haltend, sich wirr umschauend. Das mit dem Abstand funktionierte der Länge nach, ob der Länge des Einkaufwagens, seitlich allerdings, war den meisten Einkaufenden die Abstandsregel ziemlich wumpe.

Lächeln ging nicht mehr und ja, ich wollte sie alle töten!

Nun wusste ich was ich wollte, hatte meinen Einkaufszettel nicht auf dem Stubentisch liegengelassen, ging meinen Rundgang ähnlich im Slalom, wie in der Fußgängerzone, erhielt für mich systemrelevante Artikel (bestimmte Handseife, Desinfektionstücher etc.) nicht  und wurde mit jedem Regelverstoß zorniger und aggressiver. Zusätzlich machte sich die „alte Bekannte“ Panikattacke breit und am Ende war ich heilfroh, dass mein HerzMensch das Zahlen und Einpacken übernahm, weil ich komplett überfordert war.
Als ich dann beim Rausgehen noch einen renitenten Renter beobachtete, wie er trotz wirklich sehr höflicher und lieber Ansprache der Einzelhandelskauffrau, nicht warten konnte, bis sie den Einkaufswagen, den wir ihr gerade zuryckgaben, desinfizierte und ihr den förmlich aus Händern und Reinigungstuch riss, musste ich schon sehr mit mir kämpfen, um nicht auszurasten.
Wieder raus, hatte sich hier die Lage nochmals verschärft, noch mehr Leute, an mehr Läden Warteschlangen, keine davon mit Abstand. Puls, Herzrasen, Schwitzen, Schwindel, totale Verkrampfung und der kaum mehr zu bändigende Wunsch prügelnd Amok zu laufen.
Dieser erste kleine Schritt in die „Normalität“, dieser kurze Einkauf brachte mich weit über meine Grenzen und selbst jetzt, fünf Stunden später, stehe ich noch ziemlich unter Strom.
Mit den allerletzten Resten meines rheinischen, schwarzen Humors und einer ordentlichen Portion Sarkasmus komme ich zu dem Fazit, dass zumindest unser Rentenproblem sich offenbar mittels Corona löst. Denn wenn die Hochrisikogruppe Ü60 sich in Teilen weiter so ignorant, unvernünftig und unsozial verhält, wird die Zahl der Rentenempfänger*innen wohl in nächster Zeit ordentlich sinken.

Mama

Die tief schmerzliche Einsicht, dass sich Corona & Depression nicht (mehr) trennen lassen

Woche 3 oder schon 4 des coronalen Ausnahmezustands in Deutschland, Monat 3 der weltweiten Pandemie, mit Tausenden Toten, xTausenden Infizierten. Oft wird aus Sorge Angst, Panik und der Blick in die Welt macht nicht selten wütend.

Für mich persönlich war es anfangs nichts wirklich Neues. Das „SocialDistancing“ betreibe ich seit über einem Jahr nahezu in Perfektion. Menschen und Menschenmengen mied ich, ließ ich nicht an mich heran, entzog ich mich. Nun kam neben dem persönlichen Empfinden noch ein wesentlich wichtigerer Grund hinzu – meine Distanz schützt andere Menschen, rettet schließlich und endlich Leben und führt auch dazu, dass sich die Ansteckungskurve zum Positiven verändert. Relativierer*innen und Ignorant*innen bringen mich auf die Palme. Die Verhaltensregeln seitens Bundes- und Landesregierung kann ich nur unterstützen. #ZuhauseBleiben ist die Devise.

Schon nach der ersten Woche erlebte ich allerdings, wie sehr diese guten und wichtigen Regeln und Auflagen mein Leben nicht nur positiv beeinflussten und das nicht alles so easy ist, wie es sich zunächst anfühlte.

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iFightDepression

Morgen ist es wieder soweit. Meine zweite virtülle Therapie-Einzelsitzung. Die „Vorfreude“ (total bescheuertes Wort, aber mir fällt kein besseres ein), hält sich noch in Grenzen. Die wöchentlichen Gruppensitzungen gehen mir enorm ab und so versuche ich, der alternativen Einzeltherapie gegenüber,  so offen wie möglich zu stehen, damit diese weiterläuft und mir nicht auch noch wegbricht. Das wäre in meiner momentanen Verfassung fatal!

Indes wurde ich von einer Freundin auf ein weiteres Online-Angebot aufmerksam gemacht.

iFightDepression

iFightDepression ist ein Angebot der „european alliance against depression“, in der Regel für professionell begleitete Betroffene und zielt auf die Selbstmanagement-Ressourcen ab.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten um die psychische Gesundheit zu stärken. Hier lernen Erkrankte, wie sie sich selbst helfen und mit einer Depression umgehen können. Grundsätzlich ist das Angebot immer kostenfrei, wird normalerweise aber nur „begleitet“ angeboten, das heißt es kann von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen für ihre Patient*Innen freigeschaltet werden. Die Begleiter*innen sind dann auch Ansprechpersonen bei Fragen, und wenn es mal nicht gut läuft. Aufgrund der aktuellen Lage wird in den kommenden Wochen eine Ausnahme gemacht und die Allianz lädt alle herzlich ein,  sich die Inhalte von iFightDepression anzuschauen und die Übungen auszuprobieren. Es werden im Text trotzdem ab und an Hinweise auf die professionellen Begleiter*innen gegeben, sowie mögliche Notfallkontakte gelistet.

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Physische Kontakte kann man nicht digitalisieren

Psychologische aber schon

Vergangene Woche führte eine Talkrunde ein Interview mit dem Moderator Johannes B. Kerner. Er berichtete über seine Quarantäne, stand Rede und Antwort zu Fragen, die zur Zeit global von Interesse sind. Ein Satz, der sich mir einprägte war:

Physische Kontakte kann man nicht digitalisieren

Wie wahr er doch spruch. Als Mensch mit Depressionen erlebe ich gerade vielfach, wie furchtbar es ist, wenn die ersten kleinen Therapieerfolge von jetzt auf gleich wieder zusammenbrechen. Da arbeitet mensch über Monate daran überhaupt wieder Nähe zuzulassen. Mensch freut sich über die ganz wenigen Kontakte im eigenen sozialen Mikrokosmos, zu denen auch körperliche Nähe z.B. in Form von einer Umarmung möglich ist – und dann sind diese winzigen Errungenschaften auf Null zu fahren. Ein Mensch-zu-Mensch-Abstand von mindestens 1,50 Metern ist zu wahren, nicht nur auf Händeschütteln ist zu verzichten,  jedweder körperlicher Kontakt ist zum eigenen Schutz und zum Schutz der Mitmenschen zu unterlassen. Anders ist eine Pandemie nicht zu bremsen und die täglichen Zahlen neuer Infizierter und Toter geben dem Recht.

Mir geht es gerade total ab, meine  wenigenLieblingsmenschen / Freunde  nicht umarmen, trösten, aufmuntern zu können oder gar mich selbst aufmunternd, tröstend umarmen lassen zu können. Diese Nähe fehlt mir absolut und dieser Kontakt ist leider nicht durch die körperliche Nähe zu meinem Lebensgefährten zu kompensieren. Ich bin für wahr schon lange kein Rudelmensch mehr, um so wichtiger ist mir die Nähe zu meinen Engsten. Natürlich könnten wir telefonieren, chatten, skypen – doch das kommt nicht annähernd an das heran, was ich mir wünsche, was ich brauche: Das gemeinsame Essen, der gesellige Kaffee, der Spaziergang hat in digitaler Form niemals die Qualität eines Face2Face-Gesprächs.

Hinzu kommt, dass

  • Lieblingsplätze geschlossen sind,
  • ich nicht mehr einkaufen gehen sollte,
  • Gastronomien geschlossen sind.

Gerade die letzten beiden Punkte haben mich in den vergangenen Monaten enorm viel Energie gekostet und ich war so stolz darauf, es wieder zu schaffen durch große Supermärkte zu „schlendern“ und gemütlich mit meiner Familie im Restaurant zu essen und nicht die ToGo-Variante zu wählen, weil ich es nicht ausgehalten habe.

Last but not least ist die größte Herausforderung die Therapie. Das PSYrena Programm, die Gruppentherapie, ist ausgesetzt bis mindestens Ende April. Nach diesem Schock war ich in großer Sorge ob der Einzeltherapie. Sie findet statt, allerdings seit heute digital. Per Video, am Laptop – meine Therapeutin in der Praxis, ich in meinen vier Wänden. Es ist anders. Es ist sehr anders und es kostet enorme Überwindung, zumal ich nicht der Telefon-/VideoMensch bin – im Gegenteil. Es ist mental enorm anstrengend, weil es eben ein Unterschied ist, ob ich einen Menschen in gänze vor mir sitzen habe (selbst auf 2 Meter Abstand) oder nur der Kopf über den Monitor sichtbar ist. Der gewohnte Blick in die Augen entfällt meistenteils, die Mimik ist eine ganz andere und Gestik lässt sich auch nicht so abbilden, „wie in echt“.

ABER es ist die einzige Möglichkeit, die Therapie aufrecht zu halten, es ist eine Alternative und ich bin so offen wie möglich, und gebe dieser neuen Therapieform eine Chance. Ich sitze meiner sehr geschätzten Therapeutin gegenüber und nicht einem wildfremden Menschen an einer Hotline. Das „SichÖffnen“ ergibt sich hoffentlich mit der Routine – und die wird es brauchen, denn ich denke dieses Virus wird uns noch lange beschäftigen, einschränken und auf Distanz halten. Denn diese Distanz ist es, die uns alle eint im Umgang mit den Risiken und Nebenwirkung des Virus, die jeden von uns am Leben hält.

In diesem Sinne

#ichbleibezuhause #distanzfürdiegesundheitaller #flattenthecurve #fuckcorona

Physische Kontakte kann man nicht digitalisieren

 

 

Social Distance

halte ich seit vielen Monden – kann ich.

Der Verlust der eh schon sehr begrenzten physischen Nähe zu den engsten Menschen im Mikrokosmos „soziales Umfeld“  und der regelmäßigen psychologischen Hilfen ist mehr als schwer zu ertragen und schafft heftige Probleme.  DAS kann man auch nicht wirklich digitalisieren…

So klammere ich mich an meinen Notfallplan und male…

STOPP Herr Grübel!!! Sie sind RAUS!

Werte Hamster,

NICHTmenschen und andere Arschlöcher!

Eigentlich sollte der vergangene Beitrag zum Thema Corona der einzige Artikel bleiben. Doch aus aktüllem Anlass, bedingt durch meine Notwendigkeiten und gesundheitlichen Bedürfnisse und aus derTatsache heraus, dass selbst professionelle Helfer*innen und medizinische Fachkräfte derzeit einfach nicht mehr wissen, wo sie es hernehmen sollen, muss ich nochmals Dampf ablassen. Und das noch einen Tacken unplüschiger.

Rycksicht, Umsicht und Vorsicht

Meine drei ÜberLebensvokabeln nicht nur zur Zeit, sondern immer. Ich persönlich halte mich für einen sehr empathischen, vielleicht nicht jederMANN und jederFRAU sympathischen, aber rycksichtsvollen, umsichtigen und vorsichtigen Menschen. Stets ein intensiver Blick auf mein soziales Umfeld, auf die Menschen und deren Bedürfnisse und Nöte, um mich herum. Schließlich und endlich ist es dieses Lebensprinzip, was mich zu Fall brachte, mir die Diagnose „Depression“ einhandelte und dem ich mich seit über einem Jahr im täglichen Kampf stelle. Meine Grenzen zu sehen und ernstzunehmen, war nicht unbedingt mein Steckenpferd der ersten Lebenshälfte.

Es bedarf meiner bescheidenen Auffassungsgabe und MEINung nach, keiner übermenschlichen Kräfte, um derzeit das Richtige, Notwendige und Wichtige zu tun – für mich und alle Menschen, die mir sehr nah stehen, die mich umgeben, für meinen Kiez, meine Stadt, meinen Landkreis, mein Land und damit Leben am Leben zu erhalten.

Geld regiert die Welt

und so ist das Thema Finanzen natürlich eines der wichtigsten Themen, auch während einer Pandemie. Bevor eine Fußball-EM oder Olympische Spiele abgesagt werden, muss über Verhältnismäßigkeiten diskutiert werden. Warum sollten also Chillernico & Co. nicht erst noch den einen oder anderen Euro abgreifen und Kapital aus dem Virus schlagen? Indes fallen Menschen wie du und ich quasi vom Glauben ab, weil trotz eindeutiger Hinweise und Ermahnungen, gehamstert wird, ohne auch nur einen empathischen Gedanken an die Menschen in der eigenen sozialen Blase zu verschwenden.

Hamstern

als gäbe es kein Morgen mehr. Nun kann man über den überdurchschnittlichen Absatz von Toilettenpapier noch fast schmunzeln. Bei Lebensmitteln hört der Spaß dann schon auf – hier ist sich jeder selbst am nächsten und was interessieren andere Leute, hauptsache der Tisch kann opulent gedeckt, der eigene Magen mit drei warmen Henkersmahlzeiten am Tag überfüllt werden. Dass ein  Toastbrot mit oder ohne Corona nur eine Woche hält  und dann schimmelt oder Kartoffeln in der Pandemie ebenso schnell keimen und gammeln, wie sonst – egal – Hauptsache es ist alles im Überfluss da!

Gemeingefährlich wird es, wenn es an die medizinischen und hygienischen Ressourcen geht. Und das ist der Punkt, der mich gerade so richtig in Rage bringt. Nun kann ich mir den Mehrverbrauch noch schön reden, weil er ja tatsächlich notwendig ist – nicht nur in Krankenhäusern und Praxen, sondern in allen öffentlichen Einrichtungen und natürlich auch in einem gewissen Maß im privaten Bereich. Doch dass medizinische und therapeutische Einrichtungen, sowie bedürftige, kranke und schwerstkranke Menschen Sorge haben müssen, nicht einmal mehr hygienische Standards halten zu können, weil sich irgendwelche Hamster, Prepperidioten, NICHTmenschen und andere Arschlöcher nicht nur für Jahre Desinfektions- und Hygienemittel aller Art auf Halde legen oder damit über Amazon, Ebay & Co. zu Wucherpreisen verticken, dann werde ich echt wütend. Und das nicht nur, weil ich Risikopatient bin und selbst Kleinstbedarf anmelde, sondern eben weil auch Apotheken, Drogeriemärkte, Praxen, Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen, ihre Arbeit nicht mit gutem Gewissen leisten können oder sogar einstellen müssen.

Die Nachfrage bestimmt den Preis?

Mensch kann nur an den Menschenverstand appellieren, sich auf solche „Privatanbieter“, die meinen sie könnten mit dem Leid und dem Sterben von Menschen noch mal richtig abkassieren, nicht einzulassen. Hier ein paar Beispiele ungebildeten und unmenschlichen Selbsterhaltungstriebs:

Und das goldene HamsterArschloch am virenverseuchten Bande verdient:

Liebe Leser*innen und Begleiter*innen auf dem Ryckweg,

ich weiß, dass 99% von euch mit mir d’accord gehen, selbst wütend, sauer sind und diese Entwicklung mit sehr viel Sorge beobachten. Viele von euch leisten selbst unermüdlich auf allen Kanälen Aufklärungs- und Informationsarbeit. Dafür mein ganz, ganz herzlicher Dank.

Meine Therapeutin frug mich heute, ob es eine Möglichkeit gäbe, das nicht so nah an mich heranzulassen, so „persönlich“ zu nehmen. Über diese Frage denke ich seit Sitzungsende nach und meine Antwort ist noch immer:

„Nein, denn es trifft mich persönlich, es betrifft das Leben MEINer Mitmenschen, MEIN soziales Umfeld und somit mich.

Passt auf euch auf, bleibt gesund und zeigt solchen Arschkrampen, wie das geht mit der MITMenschlichkeit,

Rycksicht, Umsicht und Vorsicht

Um mit etwas wirklich menschlichem zu enden – für Greifswalder*innen gibt es eine wirklich hilfreiche FacebookGruppe:

NACHBARSCHAFTSHILFE GREIFSWALD

Vielen, vielen herzlichen Dank an alle Menschen, die hier einmal mehr beweisen, dass Greifswald menschlicher ist, als es uns die Unvernünftigen und Hamster Glauben machen wollen.

 

Corona

Depressive Grüße aus der sozial-schwachen Unvernunfts- und Hamsterstadt Greifswald.

Jetzt möchte ich mich doch mal verbal erleichtern.

Wäre ich nicht schon depressiv & aggressiv – spätestens seit heute, liefe das Fass über. Doch bevor ich mich auslasse sei gesagt, dass ich die Einschränkungen und Schutzmaßnahmen durchaus nachvollziehen kann, gut heiße und, wer hätte es gedacht, ich unserer Stadt ein großes Lob ausspreche, für die gute, sachliche Informationspolitik zum Thema „CoronaVirus“.  Ich bin „glücklich“ darüber, in ein vernünftiges, empathisches und mitdenkendes soziales Umfeld eingebettet zu sein, das fern aller Hysterie und Panikmache agiert und reagiert, sei es auch noch so schwer. Ich möchte nicht mit der Mutter von fünf Kindern tauschen und ich kann mir sehr gut vorstellen, welchen Belastungen manche Menschen ausgesetzt sind. Mein aller größter Respekt gilt all den Menschen, die den „Laden Deutschland“ aufrecht halten und sich auch hier in unserer Stadt den Arsch aufreißen, weit über eigene Grenzen hinaus. Mir sind die wirtschaftlichen Probleme, die dieses Virus mit sich bringt sehr wohl bewusst und für viele Menschen sind die persönlichen, sozialen Einschränkungen sicher ein GAU.

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Bei mir

SteinReich

Menschen können sich auf die verschiedensten Arten kreativ ausdrücken. Schreiben, texten, malen, bauen, puzzeln, fotografieren, basteln – kreieren.

Für mich gibt es drei Möglichkeiten:

  • schreiben
  • fotografieren
  • malen

Das Schreiben beschränkt sich zur Zeit auf dieses Blog. Wie soll ich ausdrücken, was ich selbst nicht verstehe? Der Ausdruck in Worten fällt mir seit über einem Jahr unfassbar schwer. Wortfindungsstörungen, Schreibblockade, mangelnde Konzentration, das Wesentliche nicht erfassen können. Das alles spiegelt sich auch in den Therapien wieder, wenn ich von mir erzählen, mein Inneres nach Außen kehren soll.

Um zu fotografieren, muss ich meinen Ryckzugsort, meine Höhle verlassen und mich auf die Welt da draußen einlassen. Das gelingt mir nur gelegentlich und je nachdem, wo es mich dann hinverschlägt, speichere ich die Momente eher auf der Festplatte in mir, als auf dem SD-Chip. Wenn ich dann allerdings die Kamera zur Hand nehme und Augenblicke digital festhalte, spiegeln sich meine positiven Gefühle in den Motiven wider.

Bei mir bin ich, wenn ich male und seit dem ich im Frühjahr des letzten Jahres das Steinemalen

#balticstones #mvrocks #colourtherocks #acrylpainting #therapie #antidepressivum

für mich entdeckt habe, gibt es wieder ein wenig Farbe in meinem Leben und positive Gefühle. Das Steinemalen ist nicht nur kreativer Ausdruck, es ist kreatives Austoben, mein Kopffickkiller. Zwei, drei Stunden am Tag mindestens verbringe ich mit meinen Stiften und unterschiedlichen Steinen.

Das Sein in meinem Steinreich setzt Glückshormone in mir frei, wie nichts anderes. Neben dem positiven Effekt, dass ich mich vergleichsweise gut konzentrieren kann, ganz bei mir bin und etwas von dem, was sich Depression nennt ausblenden kann, hat Herr Grübel keine Chance auf mich Einfluss zu nehmen und die Tini TUSsi verschafft sich zwar im wahrsten Wortsinn „Gehör“, schreit mich aber nicht so an, wie den Rest des Tages.

(Vor-)Freude, Staunen, Stolz, ich kann ehrlich lächeln, mich teilweise von einigen Kreationen gar nicht trennen, weil ich sie so schön finde. Im Steinreich gelingen mir neue Wortschöpfungen und -spiele und manche Motive sind schlicht und ergreifend Seelenbalsam. Das Feedback auf meine „Kunst“werke ist manchmal schwer zu glauben. Superlative, wie „genial“, „großartig“, „wunderschön“ und ich passen für mich mit mir und meinem Tun noch nicht zusammen. Aber die Freude, die ich anderen Menschen mit meinen Steinen bereiten kann, setzt wiederum Endorphine frei. Dabei ist es egal, ob diese Menschen meine ausgewilderten, versteckten Steine gefunden haben und sich in der heimatlichen Facebook-Steingruppe Balticstones & MVrocks oder über andere Kanäle zuRyckmelden, ob ich jemandem einen besonderen Stein kreiere und schenke oder ob sich besondere Menschen von mir einen Stein wünschen.  Bitte nicht falsch verstehen: Ich nehme keine Aufträge an und erfülle auch nicht jedem/r seinen/ihren Wunsch. In erster Linie ist das Steinemalen für mich Therapie – Ergotherapie in Eigenregie. Denn wenn ich male, wenn ich mich in mein Steinreich begebe, bin ich bei mir – und das ist es, was wirklich zählt.

 

Seelensturm

Himmelhochjauchzend – Zu Tode betrübt

Mein Zustand zwischen Kopffick total und absoluter Lethargie.

Mir geht das ordentlich auf den nicht Vorhandenen.

Struktur ist wichtig.

Und doch: Kein Tag ist, wie der Andere. Keine Stunde ist, wie die Andere. Es kommt ständig anders als geplant, gewollt, gewünscht.

Das Kind in mir tobt, die Jugendliche rebelliert, die Erwachsene ist überfordert.

Es stürmt. Nicht nur über dem Land. Es stürmt vorallem im Kopf, im Herzen und in meiner Seele. Und tut es das nicht herrscht Stille. Diese absolut totale Stille, die kaum zu ertragen ist.