Über Nacht vom virtuellen Suizid bis zur Stimmungs10

Herzlich Willkommen auf dem Stimmungskarussel

„Bitte schnallen Sie sich an, nehmen Sie Ihre Brille ab, schließen Sie Ihre Taschen am Körper und überlegen gut, ob und was Sie in den vergangenen Stunden zu sich genommen haben. Nicht, dass Ihnen der Freitagsfisch nochmal durch den Kopf geht.“

Emo fliegt auf – Emo fliegt ab – Das Leben fliegt mir um die Ohren.

Zugegeben sind mir Stimmungsschwankungen nicht fremd. Böse Zungen behaupten sogar, ich sei in meinen ersten Leben manchesmal „launisch“ gewesen. Zwar bemühe ich mich stets, nett und freundlich zu meiner Umwelt zu sein, doch wenn mich jemand triggert, einen wunden Punkt trifft oder einfach glaubt, dass sie/er bei ziemlich wenig Ahnung von der Materie, ziemlich viel und laut „Meinung“ haben darf, dann habe ich mindestens meine Gesichtszüge nicht mehr unter Kontrolle, kann böse, laut und sehr gemein werden und im allerschlimmsten Fall werde ich körperlich. Letzteres bildete sich mit der Depression bis zum Verlust der Impulskontrolle aus. Sehr unschön das. Spätestens in dem Moment, in dem nicht nur Porzellan oder „totes Material“ zu Bruch geht, sondern anderen Menschen körperliches Leid zugefügt, z.B. die Nase gebrochen wird – im Affekt, aber AU, bekomme ich in der Tat Angst vor mir selbst.  Daran habe ich die vergangenen Monate wirklich hart gearbeitet und bin zumindest soweit, dass ich wenn „nur“ mir Schmerzen zufüge und ansonsten vielleicht verbal entgleise, laut werde. Ein kleiner Fortschritt, ein kleiner Schritt zuRyck ins Leben. Die Hoffnung, diesen Fortschritt halten zu können, schwindet mit der Dauer der Corona-„Krise“, aber dazu vielleicht in einem anderen Artikel etwas mehr.

Fakt ist, meine Stimmungen gehen von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt, teilweise in wenigen Minuten. Aus diesem Grund führe ich ein Stimmungstagebuch, in dem ich das Auf & Ab dokumentiere, meine Gedanken und Gefühle dazu festhalte und den Wahnsinn mit meiner Psychologin auswerten kann. Zumal ich Morgen schon unter Umständen nicht mehr weiß, warum ich heute einen Nervenzusammenbruch, eine Panikattacke oder ein absolutes Hochgefühl ausgelebt, bzw. erlebt habe.

Die meiste Zeit verstehe ich nicht mal, warum ich vor zwei Minuten noch „fröhlich“ lächelte und plötzlich zu heulen beginne und ein tiefes Loch der Traurigkeit versinke.

Der virtülle Suizid

Genauso verlief auch die vergangene Woche. Ein einziges Auf & Ab, Hin & Her, von Ausgeglichen bis Hochspannung, von Hoffnung bis „Ich geb auf! Ich will nicht mehr!“ Hinzu gesellte sich die längst verdrängte Frau Migräne, die mich sprichwörtlich in die Knie zwang und deren Ausläufer mich heute noch zanken. Gestern war einer der ruhigeren, schöneren Tage, so empfand ich es zumindest noch bei Sonnenuntergang. Dummerweise ließ ich mich von meiner Technik überreden, Dinge zu tun, für die ich eigentlich keine Kraft und Nerven mehr hatte. Ich weiß es besser und trotzdem begann ich halbherzig mit Updates, Aktualisierungen – bis mir plötzlich eiskalt wurde – hatte ich doch mit ein oder zwei geistesumnachteten Klicks nicht nur das SynchronUniversum ins jenseits befördert (was zum Teil auch so geplant war), sondern mir auch den RyckWeg hier versperrt, um nicht zu sagen geschrottet. Weg waren sie, die beiden Blogs. Im digitalen Nirgendwo auf Nimmerwiedersehen. Das Ableben meines SynchronUniversums konnte ich noch so hinnehmen, doch die Dämlichkeit, die mich hat den RyckWeg auslöschen lassen machte mich nicht nur todtraurig, sondern auch extrem wütend. Körperlich meldeten sich gleich Frau Migräne und diese Tini Tussi. Egal, irgendwas muss noch gehen, das kann es nicht gewesen sein – nein, nein, nein, das will ich nicht. Am Arsch, wieso habe ich kein Backup? Verfickte Scheiße, warum klicke ich nachts noch im AdminBereich rum und operiere am offenen Herzen, wenn eigentlich nichtmal mehr in der Lage bin, mir die Nase vernünftig zu putzen?

Ich heulte Rotz und Wasser vor lauter Verzweiflung, als mir plötzlich eine Eingebung kam. Fragt mich bitte nicht woher? Mir fiel ein, dass ich mir gerade erst habe einen ProviderRestore kommen lassen – und da müsste doch, … – das könnte doch,… ich versuchte es einfach!

Es funktionierte. Um zwei Uhr letzte Nacht konnte ich problemlos wieder auf dem RyckWeg schlendern. Das SynchronUniversum war tot, aber auch hier hatte ich schon eine Idee, was ich aus dem brachliegenden Auftritt machen wollte – und setzte auch das noch „rasch“ in die Tat um.

PUH!

„Über Nacht vom virtuellen Suizid bis zur Stimmungs10“ weiterlesen

Bei mir

SteinReich

Menschen können sich auf die verschiedensten Arten kreativ ausdrücken. Schreiben, texten, malen, bauen, puzzeln, fotografieren, basteln – kreieren.

Für mich gibt es drei Möglichkeiten:

  • schreiben
  • fotografieren
  • malen

Das Schreiben beschränkt sich zur Zeit auf dieses Blog. Wie soll ich ausdrücken, was ich selbst nicht verstehe? Der Ausdruck in Worten fällt mir seit über einem Jahr unfassbar schwer. Wortfindungsstörungen, Schreibblockade, mangelnde Konzentration, das Wesentliche nicht erfassen können. Das alles spiegelt sich auch in den Therapien wieder, wenn ich von mir erzählen, mein Inneres nach Außen kehren soll.

Um zu fotografieren, muss ich meinen Ryckzugsort, meine Höhle verlassen und mich auf die Welt da draußen einlassen. Das gelingt mir nur gelegentlich und je nachdem, wo es mich dann hinverschlägt, speichere ich die Momente eher auf der Festplatte in mir, als auf dem SD-Chip. Wenn ich dann allerdings die Kamera zur Hand nehme und Augenblicke digital festhalte, spiegeln sich meine positiven Gefühle in den Motiven wider.

Bei mir bin ich, wenn ich male und seit dem ich im Frühjahr des letzten Jahres das Steinemalen

#balticstones #mvrocks #colourtherocks #acrylpainting #therapie #antidepressivum

für mich entdeckt habe, gibt es wieder ein wenig Farbe in meinem Leben und positive Gefühle. Das Steinemalen ist nicht nur kreativer Ausdruck, es ist kreatives Austoben, mein Kopffickkiller. Zwei, drei Stunden am Tag mindestens verbringe ich mit meinen Stiften und unterschiedlichen Steinen.

Das Sein in meinem Steinreich setzt Glückshormone in mir frei, wie nichts anderes. Neben dem positiven Effekt, dass ich mich vergleichsweise gut konzentrieren kann, ganz bei mir bin und etwas von dem, was sich Depression nennt ausblenden kann, hat Herr Grübel keine Chance auf mich Einfluss zu nehmen und die Tini TUSsi verschafft sich zwar im wahrsten Wortsinn „Gehör“, schreit mich aber nicht so an, wie den Rest des Tages.

(Vor-)Freude, Staunen, Stolz, ich kann ehrlich lächeln, mich teilweise von einigen Kreationen gar nicht trennen, weil ich sie so schön finde. Im Steinreich gelingen mir neue Wortschöpfungen und -spiele und manche Motive sind schlicht und ergreifend Seelenbalsam. Das Feedback auf meine „Kunst“werke ist manchmal schwer zu glauben. Superlative, wie „genial“, „großartig“, „wunderschön“ und ich passen für mich mit mir und meinem Tun noch nicht zusammen. Aber die Freude, die ich anderen Menschen mit meinen Steinen bereiten kann, setzt wiederum Endorphine frei. Dabei ist es egal, ob diese Menschen meine ausgewilderten, versteckten Steine gefunden haben und sich in der heimatlichen Facebook-Steingruppe Balticstones & MVrocks oder über andere Kanäle zuRyckmelden, ob ich jemandem einen besonderen Stein kreiere und schenke oder ob sich besondere Menschen von mir einen Stein wünschen.  Bitte nicht falsch verstehen: Ich nehme keine Aufträge an und erfülle auch nicht jedem/r seinen/ihren Wunsch. In erster Linie ist das Steinemalen für mich Therapie – Ergotherapie in Eigenregie. Denn wenn ich male, wenn ich mich in mein Steinreich begebe, bin ich bei mir – und das ist es, was wirklich zählt.